Venezuela: mehr Mindestlohn, aber weniger in der Tasche

Venezuelas Präsident Nicolas Maduro hat den Mindestlohn angehoben, mal wieder, nachdem er das bereits im Mai getan hatte. Um 50 Prozent steigt der Mindestlohn, ein weiterer Schritt, mit dem sich Maduro mutmaßlich Stimmen in der Bevölkerung für ein Verfassungsreferendum sichern möchte.

“Geben Sie mir die Macht und ich gebe Ihnen den Sieg über die Verbraucherpreise“, so Maduro vor laufender Kamera. Geben Sie mir den Auftrag und Sie werden es sehen. Wir ziehenin die Schlacht um die Preise und gegen kriminelle Spekulation und deren Urheber.”

Die 50-prozentige Lohnerhöhung kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Löhne in Wahrheit immer weniger werden. Schuld ist die Inflation, die das Geld des Krisenstaates rasend schnell entwertet. So liegt der neue Mindestlohn umgerechet bei nur rund 11 Euro – im Monat.

Seit drei Monaten protestieren Tausende gegen Maduro und seine Regierung, auch am Wochenende gingen wieder Menschen auf die Straße. Im Umfeld der Proteste kamen rund 80 Menschen ums Leben.