Venezuela: Henri Falcón Gegenkandidat zu Nicolás Maduro

Venezuelas Präsidentenwahl im April wird von der Opposition boykottiert.

Henri Falcón tritt nun aber trotzdem an; den Ärger anderer Regierungsgegner nimmt er in Kauf.

Falcón war schon Bürgermeister und Gouverneur, lange Zeit sogar auf Seiten der Staatspräsidenten Hugo Chávez und Nicolás Maduro.

Seine Mitgliedschaft bei den Sozialisten und ihrer Vorgängerpartei ist aber lange her: Im Wahlkampf nennt Falcón Maduro nun den „Kandidaten des Hungers“, angesichts der schlechten Wirtschaftslage.

Er wolle eine Regierung, die die Menschen einbeziehe und nicht ausschließe, sagt Falcón; eine Regierung, die gegen das Elend und die Tragödie kämpfe, die die jetzige Regierung verursacht habe. Deswegen habe er jetzt seine Kandidatur eingereicht.

Amtsinhaber Maduro - der sich jetzt ebenfalls als Bewerber einschrieb - muss um seine Wiederwahl trotzdem kaum fürchten: Seine bekanntesten Gegner, Leopoldo López und Henrique Capriles, dürfen nicht antreten - daher der Boykott der Maduro-Gegner, die in der Präsidentenwahl nun eine Farce sehen.

Der Boykott zeige, sagt aber Maduro vor seinen Anhängern, dass die Opposition wisse, sie könne nie eine Wahl gegen ihn und das venezolanische Volk gewinnen.

Angesichts dieser Ausgangslage kann Maduro guter Laune sein: Seit Chávez‘ Tod 2013 ist er im Amt, nun hofft er auf eine weitere Amtszeit bis 2025.

Die Gouverneure der Bundesstaaten sind größtenteils in seinem Lager. Das Parlament, in dem die Opposition eine Mehrheit hat, hat er letztes Jahr entmachtet und durch eine Verfassungsversammlung ersetzt, die ihm wohlgesonnen ist.