Vegetationsarme Fläche: Deutschlands einzige "Wüste" liegt in Brandenburg

Ein Damm mit offenen Sandflächen, den Wildtiere wie der Wolf gerne als Weg benutzen: die Silbergrasflur in der Lieberoser Heide

Lieberose.  Die Luft flimmert in der Ferne. Die Sonne knallt auf den Boden – Schatten gibt es nicht. Und dann ist da ein pfeifender Wind, der über die staubtrockene Weite hinwegfegt. Der Ort wirkt auf den ersten Blick wie eine ferne Wüste, liegt aber mitten in Brandenburg. Auf dem rund 550 Hektar großen Areal in der Lieberoser Heide nördlich von Cottbus machten zu DDR-Zeiten Sowjet-Panzer Schießübungen. Die Vegetation auf dem Gebiet verändert sich seit dem Abzug der Truppen in den 90er Jahren – aber nur ganz ganz langsam.

Um eine echte Wüste handelt es sich nicht, wie das Bundesamt für Naturschutz (BfN) in Bonn mitteilt. "Aber der Eindruck dort ist sehr wüstenähnlich", sagt der BfN-Fachgebietsleiter für Biotopschutz, Peter Finck. Und: "Es ist wahrscheinlich die größte zusammenhängende vegetationsarme Fläche in Deutschland." Umgangssprachlich wird der bizarre Landstrich in der Region immer wieder als "Wüste" bezeichnet.

Bild Nr. 1:
Jenny Eisenschmidt von der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg „Die Wildnisstiftung“ Patrick Pleul / dpa

Finck zufolge gibt es größere vegetationsarme Flächen in Deutschland auch außerhalb von Brandenburg, insbesondere auf ehemaligen oder aktiven Truppenübungsplätzen – etwa in Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern oder Sachsen-Anhalt. Dort sei der Vegetationsaufwuchs allerdings ausgeprägter und die Flächen meistens schon zumindest mit Heide bedeckt.

Davon ist die "Wüste" in der Lieberoser Heide mit ihren sandigen, nährstoffarmen Böden noch weit entfernt. Der Leiter der Oberförsterei Lieberose Axel Becker geht davon aus, dass dort in ein paar Hundert Jahren wieder Wald stehen kön...

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