Wie eine vegane Seife die Löwen locken soll

Marco Weimer
·Lesedauer: 2 Min.
In Deutschland produzierte Seifen-Tabs zum Selberanmischen. Damit wollen die Sause-Gründer Moritz Simsch und Sebastian Jung auch bei den DHDL-Löwen punkten.
In Deutschland produzierte Seifen-Tabs zum Selberanmischen. Damit wollen die Sause-Gründer Moritz Simsch und Sebastian Jung auch bei den DHDL-Löwen punkten.

Brausetablette ins Wasser werfen, etwas Geduld und fertig ist die Mische. Was man seit Jahrzehnten in Form von Vitaminen kennt und neuerdings auch für Putzmittel immer beliebter wird, soll jetzt auch bei der persönlichen Hygiene Einzug halten. Eine plastikfreie Handseife zum Selberanmischen. Die Idee trifft den Zeitgeist, der im Zeichen des Klimawandels steht. Es geht um weniger Müll und eine nachhaltigere Produktion. Darauf setzt auch das Startup Sause.

Die beiden Gründer Moritz Simsch und Sebastian Jung kennen sich seit über zwanzig Jahren und sind am Deich an der Nordsee aufgewachsen. Der steigende Meeresspiegel und die Verschmutzung der Ozeane seien schon immer wichtige Themen in ihrem Leben gewesen, sagt Simsch gegenüber Gründerszene.

Ihre Business-Idee kam ihnen, als sie sich mal genauer anschauten, wie viel Plastikmüll und CO2-Ausstoß durch die Produktion und den Transport von typischen Haushaltswaren anfallen. Auch bei Flüssigseife zeigt sich, dass überwiegend Wasser in Plastikverpackungen durch ganz Deutschland gekarrt wird. Denn die wesentlichen Inhaltsstoffe wie Natron, Zitronensäure und ein Tensid machen nur einen Bruchteil davon aus. Warum also nicht nur kleine Tabletten pressen, dachten sich Simsch und Jung.

Jung ist Chemiker und stellte im Sommer 2019 erste Experimente am heimischen Küchentisch an. Im Oktober folgte die erste Startnext-Kampagne. Simsch und Jung wandelten eine alte Metzgerei im Pfälzer Wald in eine Produktionshalle für vegane Produkte um. Im Jahr 2020 nahm Sause erst am Next Commerce Accelerator teil und bekam dafür 50.000 Euro Startkapital, danach folgte der Techfounders Accelerator in München, hinter dem auch der Discounter Aldi steckt.

Eine vier Gramm schwere Tablette soll etwa 100 ml Seife ergeben. Die Tabletten samt Verpackung sollen nach Angaben des Unternehmens plastikfrei, vegan und Bio-zertifziert sein. Verkauft wird im Zehnerpack für 8,95 Euro. Zusätzlich werden Sets mit Seifenspender angeboten. Der Verkauf findet bisher überwiegend online über den nachhaltigen Hamburger Avocadostore und Amazon statt. Weitere Partner sollen folgen. Mittlerweile können 80.000 Seifen-Tabletten am Tag produziert werden, so der Gründer. Etwa eine Million Tabletten seien schon vertrieben worden. Mit Einzelhändlern und Drogerien befinde man sich bereits in Gesprächen. Weitere Produkte im Bereich Kosmetik sollen bei Sause bald folgen.

Mit ihrer Idee sind sie nicht allein. Der US-Wettbewerber Blueland hat ein ähnliches Produkt im Sortiment. Und auch das deutsche Startup Future Stories um Etepetete-Mitgründer Carsten Wille setzt auf das Thema Nachhaltigkeit im Kosmetik- und Hygiene-Bereich. Nur vertreibt der Wettbewerber ein Granulat statt gepresste Tabletten.

Die Sause-Gründer wollen mit ihrer Idee auch die Investorinnen und Investoren von der TV-Show „Die Höhle der Löwen“ überzeugen. In der aktuellen Folge pitchen sie um 200.000 Euro für 15 Prozent der Firmenanteile.