Vatikan bestreitet Vertuschung im Fall des früheren US-Kardinals McCarrick

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Ex-Kardinal McCormick (rechts)
Ex-Kardinal McCormick (rechts)

Der Vatikan hat im Fall des wegen Missbrauchsvorwürfen entlassenen früheren US-Kardinals Theodore McCarrick eine Vertuschung bestritten und gleichzeitig "Fehler" eingeräumt. Der frühere Papst Johannes Paul II. habe Warnungen mit Blick auf McCarrick ignoriert, heißt es in einem am Dienstag veröffentlichten 450-Seiten-Bericht zu dem Fall. Darin wird dem US-Klerus vorgeworfen, "unzutreffende und unvollständige Informationen" über McCarricks Fehlverhalten an den Vatikan weitergeleitet zu haben, die dann die Basis für Entscheidungen im Umgang mit dem Geistlichen waren.

Der frühere Erzbischof von Washington war 2018 der Kardinalstitel und ein Jahr später der Status des Priesters entzogen worden. Er wurde von Ermittlern des Vatikans für schuldig befunden, in den 70er Jahren einen Jugendlichen sexuell missbraucht und über Jahre hinweg Seminaristen in sein Bett geholt zu haben.

Schon seit den 90er Jahren gab es anonyme Hinweise auf das Fehlverhalten des Kirchenmannes. Kritiker warfen die Frage auf, warum McCarrick dennoch auf den einflussreichen Posten des Kardinals von Washington gelangen konnte. McCarrick war dafür bekannt, dass er für die katholische Kirche hohe Spendenbeträge einwarb.

Kardinal Pietro Paolin, der als Kabinettssekretär im Vatikan den zweithöchsten Rang bekleidet, wies bei der Vorstellung des nach zweijährigen Untersuchung und der Anhörung dutzender Zeugen erstellten Berichts darauf hin, dass die Entscheidungen der Kirche nie "frei von Fehlern" seien, da sie auf die Ehrlichkeit ihrer Mitglieder angewiesen seien.

Die katholische Kirche wird sei Jahren von Missbrauchsvorwürfen unter anderem in Australien, Chile und Deutschland erschüttert.

ao/gt