Vater von aus Türkei abgeschobener Salafistenfamilie nach Landung festgenommen

Im Fall der aus der Türkei abgeschobenen deutschen Salafistenfamilie ist der Vater am Donnerstag gleich nach der Landung in Berlin inhaftiert worden. Wie ein Sprecher der Berliner Senatsverwaltung für Inneres am Freitaq mitteilte, lag gegen den Mann ein Haftbefehl vor, der direkt vollstreckt wurde. Informationen zu den zugrundeliegenden Vorwürfen nannte er dabei aber nicht.

Die Türkei hatte vor kurzem angekündigt, ausländische Anhänger der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat in ihre Heimatländer abzuschieben. Nach türkischen Angaben werden der Familie Verbindungen zu der Miliz vorgeworfen. Sie stammt demnach aus Hildesheim in Niedersachsen und gehört zur salafistischen Szene.

Nach Angaben des Sprechers der Berliner Innenverwaltung begaben sich die übrigen Mitglieder der Familie nach der Ankunft noch am Donnerstag weiter nach Niedersachsen. Der verhaftete Vater befand sich in einer Berliner Gefängnis, sollte aber zeitnah nach Niedersachsen überstellt werden. Die dortige Staatsanwaltschaft sei für den Fall zuständig.

Die Familie war erst Anfang dieses Jahres in die Türkei gereist und wollte sich von dort offenbar weiter in das Bürgerkriegsland Syrien begeben. Sie wurden jedoch zuvor festgenommen und in Abschiebehaft genommen. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte, nach seiner Kenntnis bestehe kein IS-Bezug. CDU-Innenexperte Armin Schuster betonte in einem Interview, es handle sich bei der Familie nicht um "hochkarätige Gefährderfälle".