Sohn eines Busfahrers aus Pakistan: Sajid Javid (48) neuer Innenminister

Neuer britischer Innenminister wird Sajid Javid. Der konservative Politiker ist der Sohn eines Busfahrers aus Pakistan. Er will sich dafür einsetzen, dass Immigranten, mit Würde und Respekt behandelt werden.

Der 48-jährige Javid ersetzt die gleichaltrige gerade zurückgetretene Amber Rudd. Sie war wegen des sogenannten Windrush-Skandals  zurückgetreten. Dabei ging es um verweigerte Rechte von Einwanderern aus der Karibik. 

Warum der Name Windrush-Skandal?

Mit dem Schiff mit dem Namen Empire Windrush kamen 1948 Jamaikaner nach London. Ihnen folgte eine ganze Welle von insgesamt 550.000 Einwanderern aus der Karibik, die sich im Rahmen von Commonwealth-Vereinbarungen in Großbritannien niederlassen konnten. 1973 endete diese Möglichkeit für Menschen aus der Karibik, legal auf die britische Insel zu gelangen.

Diese Einwanderer hatten das Recht auf einen britischen Pass. Viele von ihnen waren aber zu arm, um zu verreisen und beantragten nie ihre britischen Papiere. Das war nie ein Problem, bis die Regierung von Theresa May die Immigrationspolitik verschärfte. Plötzlich hatten seit Jahrzehnten in Großbritannien lebende Menschen der "Windrush-Generation" kein Recht mehr auf die Erstattung ihrer Arztrechnungen. Zudem sollten sie nachweisen, dass sie legal eingereist waren, wofür viele keine Beweise vorzeigen können.

Es gab auch Solidaritätskundgebungen für die Windrush-Generation - zum Beispiel im Londoner Stadtteil Brixton.

Letztlich trat Amber Rudd wegen des Windrush-Skandals zurück. Allerdings war die Arbeit der Brexit-Gegnerin als Innenministerin generell kaum von Erfolg gekrönt.