Vater beschuldigt: 30-Jährige wegen Falschaussage zu Geldstrafe verurteilt

Die Angeklagte hatte den eigenen Vater des Drogenhandels beschuldigt.

Es war nur ein einziger Satz, doch er hatte folgenschwere Konsequenzen: Gleich zwei Strafverfahren hatte Thea D. (30, Name geändert) ausgelöst, als sie vor drei Jahren mit ihrem damaligen Lebenspartner in Berlin auf der Anklagebank saß. Der Mutter zweier Kinder warf die Anklage Beihilfe zum Drogenanbau beziehungsweise Drogenhandel in nicht unerheblicher Menge vor, nachdem die Polizei im Hinterhaus der Familie ein Drogenlabor entdeckt hatte. 392 Cannabispflanzen wuchsen und gediehen dort prächtig.

Folgenschwerer Satz

Ihr Ex-Freund war damals Hauptangeklagter, er galt als Betreiber der Plantage. Thea D. hatte in ihrer Zeugenaussage damals ihren Vater beschuldigt, in die Drogengeschäfte „verwickelt gewesen zu sein“. Nicht mehr und nicht weniger gab sie dazu zu Protokoll – eben nur diesen einen Satz.

Sie wurde zu einer achtmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt. Und der Vater wurde wegen Drogenhandels ebenfalls angeklagt – im Prozess jedoch zweifelsfrei freigesprochen. Die Tochter gab schuldbewusst zu, den Vater zu Unrecht beschuldigt zu haben. Der Grund: „familiäre Probleme“. Der Vater habe den damaligen Freund und Vater ihrer heute zweijährigen Tochter massiv abgelehnt und immer wieder negativ Stimmung gegen ihn gemacht. Offensichtlich lag der Vater mit seiner Beurteilung nicht ganz falsch, denn der Mitangeklagte, der 2014 eine zweijährige Bewährungsstrafe erhielt, ist seitdem abgetaucht, ließ nie mehr von sich hören und zahlt keinen Unterhalt für sein Kind.

600 Euro Geldstrafe

Wegen Falschaussage beziehungsweise falscher Verdächtigung musste Thea D. am Donnerstag auf der Anklagebank des Amtsgerichts Platz nehmen. Unumwunden und reuevoll gab sie zu, den Vater damals zu Unrecht belastet zu haben. „Es tut mir leid, ich habe Schande über die Familie gebracht und möchte jetzt dafür die Schuld auf mich nehmen“, gab sie ihre Lüge zu. Ein eindeutiger Strafmilderungsgrund, befand die Richterin ebenso wie die Anklägerin, die jedoch darauf hinwies: „Sie haben mit ihrer gezielten Falschaussage den kompletten Straf-Apparat tätig werden lassen.“ Zudem habe die Tat für den Vater gravierende Folgen gehabt.

Das Urteil – 600 Euro Geldstrafe – erfolgte dem Antrag der Staatsanwältin entsprechend. Die zweifache Mutter ließ die Entscheidung noch im Gerichtssaal rechtskräftig werden....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta