Vater des Attentäters von Orlando war FBI-Informant

Der Vater des Attentäters von Orlando war offenbar ein Informant der US-Bundespolizei FBI. Wie am Montag aus Gerichtsdokumenten hervorging, gab Seddique Mateen zwischen Januar 2005 und Juni 2016 gelegentlich vertrauliche Informationen an das FBI weiter. Wegen Geldüberweisungen nach Afghanistan und in die Türkei zwischen März und Juni 2016 sei später aber gegen ihn ermittelt worden, hieß es. Zudem lägen Informationen vor, wonach der gebürtige Afghane Geld für ein mögliches "Attentat gegen die pakistanische Regierung" gesammelt haben soll.

Mateens Sohn Omar hatte im Juni 2016 das Feuer auf die Gäste des Homosexuellen-Clubs "Pulse" in Orlando (Florida) eröffnet und 49 Menschen getötet, bevor die Polizei ihn erschoss. Er hatte sich offenbar durch dschihadistische Propaganda im Internet radikalisiert. Während der dreistündigen Geiselnahme bekannte er sich in Anrufen bei der Polizei zur Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS).

Omar Mateens Witwe Noor Salman steht seit Anfang März vor Gericht in Orlando. Die Anklage wirft der 31-Jährigen Beihilfe zum Anschlag ihres Mannes vor. Ihre Anwälte wurden nach eigenen Angaben erst jetzt von der Anklage über die Informantenrolle von Salmans Schwiegervater informiert. Sie beantragten deshalb wegen Verfahrensfehler die Einstellung des Prozesses - der Antrag wurde aber am Montag von Richter Paul Byron abgelehnt.