VARTA-Aktie: Gibt es hier noch Kurspotenzial?

Dennis Zeipert, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
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Die VARTA (WKN: A0TGJ5)-Aktie hat nach dem extrem erfolgreichen letzten Jahr erst mal einen Gang runtergeschaltet und sich in diesem Jahr seitwärts bewegt. Zwar gab es vor einigen Wochen noch ein neues Allzeithoch, aber von den Kursen vom Jahresanfang konnte sich die Aktie nie weit entfernen. Dabei laufen die Geschäfte bei Varta hervorragend. Bedeutet das also, dass die Aktie noch Luft nach oben hat?

Umsatz und Gewinn übertreffen alle Erwartungen

Die Geschäfte laufen aktuell auf Hochtouren. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres ist der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um satte 159 % auf 630,3 Mio. Euro gestiegen. Selbst wenn man den positiven Effekt aus einer Übernahme herausrechnet, ist der Umsatz noch um gut 70 % gestiegen.

Ähnlich gut hat sich der Gewinn entwickelt. Das Betriebsergebnis ist um 136 % auf nun 78,3 Mio. Euro gestiegen und hat damit alle Erwartungen hinter sich gelassen. Daher wurde die Prognose für das Gesamtjahr noch einmal angehoben, nachdem die Prognose schon im August kräftig angehoben wurde.

Bisher wurde ein Umsatz von bis zu 830 Mio. Euro erwartet. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sollte dabei auf bis zu 215 Mio. Euro steigen. Jetzt geht man aber davon aus, dass der Umsatz sogar auf bis zu 860 Mio. Euro steigen wird. Und auch das EBITDA wird mit bis zu 235 Mio. Euro noch deutlich über der bisherigen Erwartung liegen. Zum Vergleich: Im vergangenen Geschäftsjahr lag der Umsatz bei gerade einmal 363 Mio. Euro und das EBITDA bei 97,5 Mio. Euro. Für das nächste Jahr rechnet das Unternehmen mit weiterem starken Wachstum. Der Umsatz soll sogar „nahezu“ die Schwelle von 1 Mrd. Euro erreichen.

VARTA profitiert vom Boom bei Microbatteries

Den Großteil des Wachstums hat VARTA einem bestimmten Konzernsegment zu verdanken. Der Geschäftsbereich „Microbatteries & Solutions“, in dem beispielsweise Batterien für Kopfhörer und Hörgeräte zusammengefasst sind, hat in den ersten neun Monaten 388,9 Mio. Euro zum Umsatz beigetragen. Das entspricht einer Steigerung von 71,4 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das bereinigte EBITDA dieses Bereichs betrug 141,3 Mio. Euro und trägt damit ebenfalls einen Großteil zum Gesamtergebnis bei.

Der zweite Geschäftsbereich, „Household Batteries“, in dem Batterien aller Art für Endkunden zusammengefasst sind, kam in den ersten neun Monaten auf 241,2 Mio. Euro Umsatz. Das bereinigte EBITDA lag in dem Zeitraum bei 35,5 Mio. Euro und damit bei nur knapp 20 % des Gesamtergebnisses.

Extrem hohes KGV schmälert das Kurspotenzial

Zusammengefasst könnte es für VARTA aktuell also kaum besser laufen. Aber warum hat sich der Aktienkurs in diesem Jahr bisher nur seitwärts bewegt? Nun, der Aktienkurs ist im vergangenen Jahr extrem gestiegen. Um fast 400 % ging es bergauf, sodass der Kurs der Gewinnentwicklung einiges vorweggenommen hat. Denn auf Basis des letzten Jahresgewinns von 1,28 Euro je Aktie liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) beim aktuellen Kurs von 111,70 Euro (Stand 27.11.2020) derzeit bei sehr hohen 87. In diesem Geschäftsjahr wird der Gewinn je Aktie aber wohl in der Größenordnung von vielleicht 2,50 Euro liegen, denn bisher ist ein Ergebnis von etwa 1,95 Euro zusammengekommen. Damit liegt das KGV aber immer noch bei großzügigen 45.

Um einen weiteren Kursanstieg zu rechtfertigen, muss VARTA im kommenden Jahr weiter phänomenale Zahlen aus dem Hut zaubern. Die diversen Prognoseerhöhungen in diesem Jahr lassen aber bereits darauf schließen, dass der Markt weiter dynamisch wächst.

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