Vapiano-Aktie setzt Zickzackkurs fort

Die Anleger haben rasch das Interesse an den Papieren des Restaurantbetreibers Vapiano verloren. Die Aktien fielen am Vormittag unter den Ausgabepreis von 23 Euro, erholten sich dann aber wieder.


Die Vapiano-Aktie setzt ihren Zickzackkurs fort. Nachdem die Papiere des Restaurantbetreibers zwischenzeitlich unter den Ausgabepreis von 23 Euro gefallen waren, notierten sie am Nachmitttag bei 23,43 Euro.

Damit ist bei den Anlegern in die Pizza- und Pasta-Kette rasch Ernüchterung eingekehrt. Die zu 23 Euro ausgegebenen Vapiano-Aktien wurden zu 23,95 Euro am der Frankfurter Börse eingeführt, bröckelten aber rasch bis auf 22,50 Euro ab. Dabei waren viele Investoren bei der Zuteilung leer ausgegangen: Die Emission sei mehr als viermal überzeichnet gewesen, sagten zwei Insider der Nachrichtenagentur Reuters. Für einen deutschen Börsengang ist das ungewöhnlich viel. Die Kette mit 185 Selbstbedienungs-Restaurants wird zum Ausgabepreis mit 553 Millionen Euro bewertet.

So viel Lärm war selten auf dem Parkett der Frankfurter Börse. Ein Dutzend Vapiano-Mitarbeiter begleitete das Debüt akustisch, indem sie mit Kochlöffeln rhythmisch auf große Woks trommelten, in denen normalerweise in den Restaurants Speisen zubereitet werden. „Das ist für uns ein historischer Tag“, sagte Vorstandschef Jochen Halfmann der Nachrichtenagentur Reuters. „Vielleicht öffnen wir die Türen für andere Börsengänge aus dem Gastronomie-Sektor.“


Ein zweiter Neuzugang aus der Branche steht der Frankfurter Börse in dieser Woche bevor. Der Essens-Lieferdienst Delivery Hero („Lieferheld“, „Foodora“, „Pizza.de“) will am Freitag sein Debüt geben. Auch dafür ist die Nachfrage offenbar groß. Die institutionellen Investoren seien informiert worden, dass die Aktien in der oberen Hälfte der Preisspanne zugeteilt würden, also zwischen 23,75 und 25,50 Euro, sagten zwei Insider. Delivery Hero und seinen Altaktionären um den Startup-Investor Rocket Internet sind damit Einnahmen von mindestens 927 Millionen Euro sicher. Die Aktien können bis Mittwoch gezeichnet werden, die Banker wollen aber nur noch bis Dienstagabend neue Aufträge annehmen.


Vapiano sammelt mit seinem Börsengang bis zu 184 Millionen Euro ein, dem Unternehmen selbst fließen 85 Millionen Euro zu. Mit zehn Millionen will Halfmann ein Gesellschafterdarlehen tilgen, der Rest geht in den Ausbau des Filialnetzes. „Das Geld reicht, um bis 2020 wie geplant auf 330 Restaurants zu kommen“, sagte Halfmann.

32 Prozent der Vapiano-Aktien sind künftig im Streubesitz. Firmengründer Gregor Gerlach, der bisher 30 Prozent hält, hält nach dem Börsengang noch 17,4 Prozent, die Wella-Erben Hans-Joachim und Gisa Sander kommen auf 11,2 (vorher 25) Prozent. Sie haben einen Teil ihrer Aktien verkauft - im Gegensatz zur Vermögensverwaltung der ehemaligen Tchibo-Eigentümer Günter und Daniela Herz (vorher 44 Prozent), die beim Börsengang sogar noch zukaufen wollten.