Cross befleckt weiße Weste von Smith

Rob Cross (l.) tröstet "Bullly Boy" Michael Smith

Rob Cross hat Michael Smith am sechsten Spieltag der Premier League Darts - Spieltag fünf wurde wegen eines Sturms verlegt - die erste Pleite beigebracht und damit Michael van Gerwen an die Tabellenspitze gehievt.

Smith startete blendend ins Spiel und nahm dem Weltmeister gleich den ersten Anwurf ab. Aber weil der Bully Boy 32 nicht checken konnte, war Voltage sofort wieder im Spiel und konnte auch das dritte Leg gewinnen.

Es ging weiter hin und her: die nächsten beiden Legs gingen wieder an Smith. Cross hatte plötzlich Probleme, die Scores blieben aus und Smith zog auf 4:2 davon. Doch weil er Probleme auf die Doppel hatte, kam Cross auf 3:4 heran. Nach dem 5:3 für den "Bully Boy" kämpfte sich Cross aus dem Tief und schaffte den Ausgleich.

Das brachte den Auftrieb. Cross war nun richtig drin, was sich auch im Drei-Dart-Average (96) bemerkbar machte. Erst holte sich das dritte Leg in Folge zum 6:5, dann machte er mit seinem höchsten Finish (121) den Sieg perfekt.

Van Gerwen muss kämpfen

Den Anfang des Abends machte Michael van Gerwen. Gegen Simon Whitlock reichte es für "MvG" nur zu einem Zittersieg. "Mighty Mike" steckte offenbar noch die überraschende Pleite bei den UK Open in Kopf und Händen. Whitlock erwischte die Nummer eins der Welt kalt.


Nach einem Break gleich im ersten Leg zog The Wizard 2:0 davon. Doch van Gerwen kam zurück, ehe Whitlock dem Niederländer erneut den Anwurf abnahm. Auch wenn van Gerwen eine für seine Verhältnisse miserable Checkout-Quote (27 Prozent) hatte, drehte er die Partie, weil Whitlock in entscheidenden Momenten die Fehler nicht nutzen konnte.

Einmal konnte Whitlock noch kontern, doch dann hatte der Australier van Gerwen nichts mehr entgegenzusetzen. Nach drei weiteren gewonnenen Legs stand es 7:4.

Whitlock hatte in der ganzen Partie nur elf Chancen, ein Leg zu beenden. Er schaffte es lediglich vier Mal - viel zu wenig, um einen Spieler wie van Gerwen herauszufordern (Die Tabelle der Premier League Darts).

Van Barnevelds Serie zum Sieg

Auch der zweite Gigant hatte in seinem Match Probleme gegen den vermeintlichen Underdog. Raymond van Barneveld gewann zwar das erste Leg gegen Gerwyn Price, konnte sich aber nicht absetzen. Price, der mehrmals Pech hatte, als sein Dart vom Board abprallte, gestaltete die Partie ausgeglichen.

Das achte Leg brachte den Iceman vermeintlich auf die Siegerstraße, als er van Barneveld seinen Anwurf abnahm und zum 5:3 ausbaute. Aber der Niederländer konterte sofort mit einem 121er Checkout. Das brachte ihn zurück, Barney lief rechtzeitig zu Hochform auf: Nach einem lockeren 80er Finish folgte ein 101er Checkout. 

Im entscheidenden Leg verpasste Price das Remis, 94 Punkte waren zu viel. Van Barneveld sagte Danke - mit einem Treffer auf das Bullseye zum 7:5.

Wright völlig von der Rolle

Ein wahres Debakel erlebte Peter Wright. Gegen Mensur Suljovic fand die Nummer zwei der PDC in keiner Sekunde zu seinem Spiel - sieht man einmal vom ersten und einzig gewonnenen Leg ab. Suljovic fertigte Wright nach allen Regeln der Kunst ab, gewann sieben Legs in Folge.

Mit einem Drei-Dart-Average von knapp 104 Punkten und einer Checkout-Quote von 50 Prozent holte der Österreicher seinen zweiten Sieg und ist endgültig in der diesjährigen Darts Premier League angekommen.


Anderson rettet sich zum Remis

Der aktuelle UK-Open-Sieger Gary Anderson und Debütant Daryl Gurney begegneten sich auf Augenhöhe. Das belegt auch der Drei-Dart-Average: Anderson schaffte 100 Punkte, Gurney knapp 95. Die Doppel-Quote war bei beiden nicht berauschend (Anderson 38, Gurney 29 Prozent).

Der Flying Scotsman hatte zwar Möglichkeiten, auf 5:1 davonzuziehen. Millimeter verhinderten die Serie allerdings. Superchin zeigte sich unbeeindruckt, war zur Stelle und gewann beim Stand von 1:3 vier Legs in Folge.


Dann besann sich Anderson wieder und verkürzte, doch der Nordire stellte im nächsten Leg den alten Abstand wieder her. Jetzt wurde es dramatisch: Anderson verkürzte erneut und beim Stand von 6:5 hatte Gurney zwei Matchdarts. Doch sein erster Premier-League-Sieg sollte nicht heute sein. 

Der Schotte nutzte die Chance und warf einen Pfeil in die Doppel-17, was das Remis bedeutete.

Die Begegnungen des 6. Abends im Überblick:

Michael van Gerwen - Simon Whitlock 7:4
Gerwyn Price - Raymond van Barneveld 5:7
Peter Wright - Mensur Suljovic 1:7
Gary Anderson - Daryl Gurney 6:6
Rob Cross - Michael Smith 7:5