Warum sich Value Investing auszahlt

Motley Fool Investmentanalyst

Es ist vielleicht nicht so spannend wie das Spotten von Trends, Indikatoren, Kauf- und Verkaufssignalen, aber Value Investing kann oft die sicherste Strategie fürs Portfolio sein, vor allem, wenn man langfristiges Vermögen aufbauen will.

Wachstum ist reizvoll, aber auch mit Risiko verbunden

Wachstumswerte wie Facebook können sicherlich eine Menge Vorteile bieten, aber es gibt auch ein viel größeres Risiko. Und bei Tech-Aktien geht es immer um den neuesten und wichtigsten Trend – eine Aktie kann in diesem Bereich also schnell abgehängt werden.

BlackBerry ist ein perfektes Beispiel für eine Tech-Aktie, die sich neu erfinden musste, nachdem sie nicht in der Lage war, auf dem Geräte-Markt wettbewerbsfähig zu bleiben. Einst war dies eine Top-Aktie in der Branche, allerdings sind heute viele Leute davon überrascht, dass es das Unternehmen überhaupt noch gibt.

Bankaktien bieten oft viel Wert

Mit Value Investing suchen Sie nach guten Käufen – Aktien, die zu vernünftigen Multiplikatoren gehandelt werden und insgesamt gute Finanzkennzahlen aufweisen. Bankaktien wie die Toronto Dominion Bank (WKN:852684) sind oft preiswerte Käufe, und deshalb investiert Warren Buffett immer gerne in diese Branche, weil es eine gute Möglichkeit ist, langfristig stabile Erträge zu erzielen.

TD wird zu einem sehr bescheidenen Vielfachen des Gewinns gehandelt und hat ein starkes Geschäftsmodell, das nicht in Gefahr ist. Die Bankaktien haben außerhalb Kanadas ein großes Wachstumspotenzial, was sie zu einem noch attraktiveren Investment macht.

Aber nicht nur Bankaktien bieten interessante Werte.

Meine Erfahrung

Eine der ersten Aktien, in die ich investiert habe, war NeuLion. Das Unternehmen hatte hohe Margen, keine Schulden, und meiner Meinung nach ein großartiges Produkt. Deswegen investierte ich, als ich einen Preisrückgang sah.

Leider ist der Aktienkurs dann weiterhin stark gefallen. Ich hatte zu etwa 1 Dollar pro Aktie gekauft, und der Preis sank binnen eines Jahres auf die Hälfte. Ich tat, was ich damals für verrückt hielt – noch mehr kaufen. Denn wenn ich von der Aktie bei 1 Dollar überzeugt war, war sie für mich bei 0,70 Dollar noch attraktiver.

So aber kann man in ein Loch stürzen. Also hörte ich auf, mir den Preis anzusehen, und beschloss, die Dinge laufen zu lassen. Ich widerstand der Versuchung zu verkaufen. Ich war davon überzeugt, dass sie unterbewertet war.

Und dann, eines frühen Morgens im März, nachdem ich einen Artikel für diese Seite geschrieben hatte, überprüfte ich, was an den Märkten so los war. Zu meiner Überraschung sah ich, dass NeuLion für 0,84 Dollar aufgekauft wurde, was weit über meinem Durchschnittspreis lag. Innerhalb eines Augenblicks wurden meine Verluste zu Gewinnen, und mein Vertrauen in das System wurde wiederhergestellt.

Alles in allem

Ich habe gelernt, dass man dem Drang widerstehen muss, sich in den Hype oder Pessimismus zu verstricken, den Aktien entfachen können. Solange das Geschäftsmodell eines Unternehmens stark ist und einen guten Wert hat, sollten ein paar schlechte Ergebnisse die Gesamtstimmung nicht verändern.

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The Motley Fool besitzt Aktien von Blackberry und Facebook.

Dieser Artikel von David Jagielski erschien am 20.7.2018 auf Fool.ca. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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