Valentino Rossi lobt Joan Mir: "Er verdient den WM-Titel zu 100 Prozent"

Gerald Dirnbeck
·Lesedauer: 3 Min.

Beim zweiten Grand Prix in Valencia könnte Joan Mir bereits vorzeitig Weltmeister werden. Gelingt es dem Suzuki-Fahrer, den Sack zuzumachen, dann zählt er zum außergewöhnlichen Kreis der MotoGP-Champions. "Wenn er gewinnt, dann ist das für alle eine große Überraschung", findet Valentino Rossi, der aber betont: "Er verdient es zu 100 Prozent."

Wird Mir Weltmeister, dann hätte er dieses Kunststück in seiner zweiten MotoGP-Saison geschafft. Nicht viele Fahrer in jüngerer Vergangenheit starteten so in der Königsklasse durch. Marc Marquez gelang es 2013, gleich in seiner Debütsaison Weltmeister zu werden.

Casey Stoner schaffte es 2007 in seiner zweiten Saison, und davor wurde auch Rossi in seiner zweiten 500er-Saison Weltmeister. Mir würde sich zu einer Riege großer Fahrer und Legenden gesellen.

"Niemand hat zu Saisonbeginn auf Mir gewettet, aber er hat schon in den letzten Rennen der vergangenen Saison große Fortschritte gezeigt", erinnert Rossi. "Auch bei den Wintertests war er stark."

Am Sonntag könnte Joan Mir bereits als Weltmeister feststehen

Am Sonntag könnte Joan Mir bereits als Weltmeister feststehen<span class="copyright">Motorsport Images</span>
Am Sonntag könnte Joan Mir bereits als Weltmeister feststehenMotorsport Images

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"Es wirkt so, als hätte er mehr Erfahrung, wenn man bedenkt, dass er noch sehr jung ist und erst seine zweite MotoGP-Saison fährt. Er ist auch nur ein Jahr in der Moto2 gewesen." Mirs Aufstieg ist rasant. 2020 ist erst seine fünfte volle Saison in der Weltmeisterschaft.

Deshalb findet Rossi: "Ich denke, er ist ein unglaubliches Talent! Niemand hat erwartet, dass er die Weltmeisterschaft in diesem Jahr gewinnen kann. Wenn er gewinnt, dann verdient er sie sich meiner Meinung nach zu 100 Prozent."

"Er war der konstanteste Fahrer, was in diesem Jahr sehr wichtig ist. Er hat zwar nur ein Rennen gewonnen, aber wir dürfen nicht vergessen, dass in Österreich das zweite Rennen nach dem Unfall [von Vinales] abgebrochen wurde. Ansonsten hätte er dort schon gewonnen."

Rossi im Freitagstraining auf Platz 18

Während es für Mir und Suzuki derzeit sehr gut läuft, erlebt Yamaha eine schwierigere Phase. Den Freitag in Valencia beendete Rossi mit knapp acht Zehntelsekunden Rückstand auf Platz 18. Franco Morbidelli wurde Achter, Maverick Vinales Zehnter.

Der Zeitrückstand von Rossi hielt sich trotz Platz 18 in Grenzen

Der Zeitrückstand von Rossi hielt sich trotz Platz 18 in Grenzen<span class="copyright">Motorsport Images</span>
Der Zeitrückstand von Rossi hielt sich trotz Platz 18 in GrenzenMotorsport Images

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"Ich habe mit Maverick gesprochen", sagt Rossi. "Wir haben mehr oder weniger die gleichen Probleme. Das Motorrad bewegt sich hinten zu stark. Es gibt nicht genug Grip am Hinterreifen. Mit Quartararo habe ich nicht gesprochen, aber ein wenig mit Franco."

"Franco war sehr schnell und ich denke, er ist derjenige mit der besseren Pace. Er hat das alte Motorrad. Wir sprechen noch, aber ich denke, dass die Performance zwischen den beiden Motorrädern nicht sehr groß ist."

"Ich bin nicht so weit weg. Meine Position ist aber schlecht. Am Samstag werden wir etwas anderes probieren, damit wir am Kurveneingang hinten mehr Grip finden. Wir hoffen, dass wir konkurrenzfähiger werden."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.