Valentino Rossi bilanziert 12h Bahrain im GT3-Ferrari: "Haben viel gelernt"

Mario Fritzsche
·Lesedauer: 3 Min.

Für einen Podestplatz im Gesamtergebnis der 12 Stunden von Bahrain 2021 hat es für Valentino Rossi, Luca Marini und Alessio "Uccio" Salucci am Samstag nicht ganz gereicht. In ihrer Klasse aber - der Pro-Am-Klasse für Profis und Amateure auf einem Auto - brachte das Trio aus der MotoGP-Szene den schwarz/gelben Ferrari 488 GT3 von Kessel Racing auf dem dritten Platz ins Ziel. Im Gesamtklassement des Rennens wurde es der vierte Platz.

Fotos: Valentino Rossi bei den 12 Stunden von Bahrain 2021

Das Rennen war in zwei Hälften à sechs Stunden geteilt. Den ersten Stint am Samstagmorgen fuhr Rossi, bevor er an seinen Halbbruder Marini und der schließlich an Rossis langjährigen Wegbegleiter "Uccio" übergab. Vom achten Startplatz losgefahren verbesserte sich das Trio bis zur zweistündigen Rennpause bis auf die fünfte Position.

Die zweite Rennhälfte aber nahmen Rossi/Marini/"Uccio" mit Rundenrückstand in Angriff. Ein Flüchtigkeitsfehler von "Uccio" hatte im ersten Teil des Rennens eine Durchfahrtsstrafe zur Folge gehabt. Dennoch gelang es dem Trio in der zweiten Rennhälfte noch eine Position gutzumachen. So wurde es am Ende P4 gesamt und P3 in der Pro-Am-Klasse.

P3 in der Pro-Am-Klasse und P4 gesamt im Rennen für Rossi/Marini/"Uccio"

P3 in der Pro-Am-Klasse und P4 gesamt im Rennen für Rossi/Marini/"Uccio"<span class="copyright">Camilss</span>
P3 in der Pro-Am-Klasse und P4 gesamt im Rennen für Rossi/Marini/"Uccio"Camilss

Camilss

"Es war ein guter Tag. Wir hatten Spaß und haben es auf das Podest geschafft", so Rossi mit Verweis auf das Klassenpodest. "Wir sind happy, denn die anderen Autos auf der Strecke waren alle sehr schnell. Somit war es nicht einfach. Im zweiten Teil des Rennens waren wir schneller [als im ersten]. Wir haben einen Pokal eingefahren. Vor allem aber haben wir viel gelernt. Es war großartig, mit 'Uccio' und mit Luca zu fahren und mit all den Leuten im Team zu arbeiten."

Rossis Halbbruder Marini, der in diesem Jahr genau wie "The Doctor" in der Königsklasse der Motorrad-WM antritt, überzeugte am Steuer des Ferrari 488 GT3 mit starken Rundenzeiten. "Es war eine fantastische Erfahrung", so Marini, um den Vergleich zu den 12 Stunden von Abu Dhabi 2019 zu ziehen.

Damals fuhr das Trio Rossi/Marini/"Uccio" in einem Feld mit 30 Autos tatsächlich auf das Podest im Gesamtergebnis des Rennens. In Bahrain waren diesmal nur zwölf Autos am Start. Aber: "Verglichen mit damals kam ich diesmal besser zurecht", meint Marini. "Ich hatte ein viel besseres Gefühl für das Auto und konnte im Verlauf des Wochenendes das umsetzen, was ich mir vorgenommen hatte."

Der Kessel-Ferrari mit der Startnummer 46 ist mittlerweile eine bekannte Größe

Der Kessel-Ferrari mit der Startnummer 46 ist mittlerweile eine bekannte Größe<span class="copyright">Gulf 12 Hours</span>
Der Kessel-Ferrari mit der Startnummer 46 ist mittlerweile eine bekannte GrößeGulf 12 Hours

Gulf 12 Hours

Und "Uccio"? Er bereut seinen Fauxpas aus der ersten Hälfte des Bahrain-Rennens, der unterm Strich rund 30 Sekunden kostete. Was war passiert? Nachdem er das Steuer des Ferrari von Marini übernommen hatte, überfuhr der Rossi-Kumpel am Ausgang der Boxengasse die durchgezogene weiße Linie. Dafür gab es von der Rennleitung die bereits erwähnte Durchfahrtsstrafe.

"Die ersten sechs Stunden waren schwierig. Das lag einerseits an den [höheren] Temperaturen, andererseits daran, dass ich einen Fehler gemacht habe, für den wir mit einer Strafe bezahlt haben", so "Uccio" und weiter: "In der zweiten Rennhälfte waren wir dann richtig stark und haben es noch auf das [Klassen-]Podium geschafft. Ich hatte viel Spaß darn, die Box mit 'Vale' und Luca und all den Leuten von Kessel Racing zu teilen. Es war eine wunderbare Erfahrung."

Die nächste Auflage des 12-Stunden-Rennens am Persischen Golf ist unter Vorbehalt für Dezember dieses Jahres geplant, dann nicht mehr in Bahrain, sondern wie früher wieder in Abu Dhabi. Ob Rossi/Marini/"Uccio" dann abermals mit einem Kessel-Ferrari dabei sein werden? Marini jedenfalls lässt abschließend wissen: "Ich kann es kaum noch erwarten, wieder zu fahren, sobald sich die Möglichkeit ergibt."

Mit Bildmaterial von Gulf 12 Hours.