Valentino Rossi bedauert Geisterrennen: "Wir fahren für die Fans"

Gerald Dirnbeck

Sollte die MotoGP-Saison im August tatsächlich starten, dann hätten die Teams und Fahrer eine sehr lange Pause hinter sich. Ende Februar war man zum letzten Mal beim Test in Katar im Einsatz. Die Pause bis August würde dann fünf Monate betragen, also deutlich länger als die reguläre Winterpause, die nur den Dezember und Januar umfasst.

"Das wird neu sein, denn es ist noch nie passiert, dass wir so lange nicht MotoGP gefahren sind", sagt Routinier Valentino Rossi. Der 41-Jährige denkt dabei an die "kurze" Winterpause: "Normalerweise ist man vor dem ersten Test etwas bange. Oder für mich persönlich heißt das, ob ich noch so schnell wie im Vorjahr bin."

"Aber sobald man auf dem Motorrad sitzt und das Gefühl findet, ist es in Ordnung. Körperlich wird es aber schwierig, denn wir müssen viel trainieren und versuchen, bereit zu sein. Ich hoffe, dass wir vor dem ersten Rennen noch einen Test auf dieser Strecke haben werden. Zwei Tage, weil wir sehr lange nicht auf dem Motorrad gesessen sind."

Rossi hofft auf zehn bis zwölf Rennen

Rossi wünscht sich einen ausgedehnten Test, aber das wird so wahrscheinlich nicht passieren. Dorna-Chef Carmelo Ezpeleta ließ jüngst durchklingen, dass es lediglich am Donnerstag vor dem ersten Rennwochenende zusätzliche Sessions geben könnte. Wie viel Streckenzeit jede Klasse bekommen würde, ist noch offen.

"Für mich wäre es optimal, wenn wir im August oder September beginnen und dann zehn oder zwölf Rennen auf Strecken haben, wo es möglich ist", denkt Rossi an die Wiederaufnahme des Rennbetriebs. "Wir könnten auch im September beginnen und bis Dezember fahren. Vielleicht in Australien oder Thailand, wo es im Dezember heiß ist."

"Ich hoffe aber, dass es nicht mehrere Rennen auf einer Strecke gibt", so Rossi. "Auch zwei Rennen am gleichen Wochenende wie bei den Superbikes gefallen mir nicht. Ich würde acht echte Wochenenden bevorzugen, oder zehn bis zwölf. Rennen ohne Fans sind natürlich schade, denn wir fahren für die Fans. Es ist aber besser, hinter geschlossenen Toren zu fahren als überhaupt nicht."

"Ich stimme komplett zu", nickt Rossis Yamaha-Teamkollege Maverick Vinales. "Wir müssen Rennen fahren. Die Meisterschaft muss weitergehen. Alle Hersteller müssen arbeiten und Runden fahren, denn jetzt steht alles still. Die Fans können uns von zu Hause aus zusehen. So wie Valentino gesagt hat, ist es natürlich schade, denn wir fahren für die Fans und für alle, die uns zusehen."

"Es wäre gut, wenn wir die zweite Saisonhälfte fahren könnten. Das wäre perfekt. Zwei Rennen auf einer Strecke wäre schwierig. Es wäre auch seltsam, denn die Ergebnisse könnten stark variieren. Zwei Rennen an einem Wochenende, ich weiß nicht. Es könnte interessant werden, aber wir sind das nicht gewohnt. Perfekt wäre, wenn wir die zweite Saisonhälfte fahren könnten."

Zwei Rennen an einem Wochenende hat Ezpeleta bereits ausgeschlossen, denn man plant auch mit den Klassen Moto2, Moto3 und eventuell mit der MotoE. Dass zum Beispiel an zwei Wochenenden hintereinander auf der gleichen Strecke gefahren wird, ist nicht ausgeschlossen. Dorna und FIM wollen bei der Kalenderplanung so flexibel wie möglich sein.

Mit Bildmaterial von LAT.