In V-Mann-Affäre des bayerischen LKA Großteil der Vorwürfe fallen gelassen

In der V-Mann-Affäre des bayerischen Landeskriminalamts (LKA) hat das Oberlandesgericht Nürnberg den größten Teil der Vorwürfe fallen gelassen. Nach neun Monaten Verhandlungsdauer sprach das Gericht am Freitag vier von sechs der angeklagten LKA-Beamten frei, wie ein Gerichtssprecher sagte. Gegen die zwei weiteren Beamten blieb nur der Vorwurf der uneindlichen Falschaussage bestehen. Einer der Männer erhielt sieben Monate Haft auf Bewährung, der andere drei Monate.

Der Fall hatte für großes Aufsehen gesorgt, da die Polizisten nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft im Rockerkrieg zwischen den verfeindeten Bandidos und Hells Angels den Bandidos geholfen haben sollen. Die Polizisten sollen ihren V-Mann nicht nur bei den Bandidos eingeschmuggelt haben, sie sollen ihm auch bei Straftaten geholfen haben. Dafür sah das Gericht nun aber keine hinreichenden Beweise.

Die wegen Falschaussage verurteilten Beamten sagten aber auch nach Überzeugung des Gerichts in einem Prozess gegen den V-Mann in Würzburg falsch aus. Dafür bekamen sie die Bewährungsstrafen. Das Gericht hatte dem Sprecher zufolge allerdings auch bei der Glaubwürdigkeit des als Zeuge in dem Verfahren aufgetretenen V-Mann Zweifel.