Jetzt sind die Väter dran

Die Väter Sami (Ugur Kay, links), Berti (Patrick Güldenberg), Alexander (Vladimir Burlakov) und Roman (Helgi Schmid) lernen sich während des Ballettunterrichts ihrer Kinder kennen und werden durch den Vater-Kind-Tanz auf eine harte Probe gestellt. (Bild: Bild: ARD Degeto/Keshet Tresor Fiction)
Die Väter Sami (Ugur Kay, links), Berti (Patrick Güldenberg), Alexander (Vladimir Burlakov) und Roman (Helgi Schmid) lernen sich während des Ballettunterrichts ihrer Kinder kennen und werden durch den Vater-Kind-Tanz auf eine harte Probe gestellt. (Bild: Bild: ARD Degeto/Keshet Tresor Fiction)

Der mehrfach preisgekrönte Regisseur Jakob Lass inszeniert mit "How to Dad" eine Serie über vier Väter, die trotz humorvollen Szenen zum Nachdenken anregt. Die fünf Folgen werden ab Freitag, 10. Juni, in der ARD-Mediathek gezeigt.

Es ist ein ungewöhnliches Quartett: der Influencer Roman (Helgi Schmid), Old-School-Typ Sami (Ugur Kaya), Spießer und Weltverbesserer Berti (Patrick Güldenberg) sowie der CEO Alexander (Vladimir Burlakov). Trotz aller Unterschiede haben die vier Männer zwei Gemeinsamkeiten: Zum einen wollen sie die perfekten Väter sein und versuchen, den Alltag als Elternteil zu meistern. Zum anderen gibt es da den Vater-Kind-Tanz, der von Ballettlehrerin Theresa (Nikeata Thompson) bei der ersten Tanzstunde ihrer Kinder angekündigt wird - und der die Männer auf eine harte Probe stellt. Als dann kurz vor dem Auftritt einer der Väter krank wird, stellt sich die Frage: Wird die Gruppe den Auftritt trotz Problemen und Differenzen absolvieren können? Die fünf Folgen der neuen Serie "How to Dad" sind ab Freitag, 10. Juni, in der ARD-Mediathek zu sehen.

Das Vater-Quartett lernt sich während des Ballettunterrichts der Kinder kennen. Es entsteht ein ebenso ungewöhnlicher wie humorvoller Gesprächskreis. Dabei prallen Welten und Ansichten aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten. "Ich denke, das übergeordnete Thema von 'How to Dad' ist das Ringen mit dem jeweiligen Selbstbild, das die Figuren vor sich hertragen - und damit auch das Hinterfragen der kruden Männlichkeitsbilder unserer Gesellschaft", erklärt Regisseur Jakob Lass. Eine Möglichkeit also, um typische Gender-Klischees zu überdenken, über die in der heutigen Gesellschaft lautstark diskutiert wird.

"Ich denke, die Beziehung ist, wie so oft in einer neuen Gruppe, etwas ganz Besonderes, vor allem, weil es nur Männer sind und dann auch noch Väter. Niemand will wirklich Schwächen, Probleme oder Defizite zugeben. Eine Art Konkurrenzkampf ist da nicht zu vermeiden. Aber über die Folgen lernen sich die vier immer näher kennen, erkennen Parallelen, und vielleicht lernen sie am Ende dann doch auch ein bisschen voneinander", meint Vladimir Burlakov, unter anderem bekannt als "Tatort"-Kommissar Leo Hölzer.

In der Serie versuchen die Männer den herausfordernden Alltag als Vater zu meistern und sich um ihre Kinder zu kümmern, so wie Roman (Helgi Schmid) um seine Tochter Lily (Paula Löschnig). (Bild: Bild: ARD Degeto/Bernd Schuller)
In der Serie versuchen die Männer den herausfordernden Alltag als Vater zu meistern und sich um ihre Kinder zu kümmern, so wie Roman (Helgi Schmid) um seine Tochter Lily (Paula Löschnig). (Bild: Bild: ARD Degeto/Bernd Schuller)

"Spannend wird es, wenn die Fassaden der Väter nach und nach bröckeln"

Die Serie vereint Elemente aus Theater und Film. "Das Setting und die Dialoge haben ein hohes Tempo, wie bei einer Sitcom, was ja originär nichts anderes ist als eine gefilmte Bühnensituation. Anders als bei der Sitcom war die Kamera aber ganz nah an uns dran", erinnert sich Roman-Darsteller Helgi Schmid. "Wir haben teilweise komplette Folgen am Stück durchgespielt und wurden, typisch für Filme von Jakob Lass, auch immer dazu eingeladen, zu improvisieren und uns vom Text zu lösen.

Elternsein ist kein Brettspiel, es gibt keine Anleitung. Wie sich Herausforderungen ganz individuell lösen lassen, eigene Wege gefunden werden müssen - das war häufig Thema von TV-Fiction. Meistens aber waren es in der Vergangenheit die Mütter, die im Mittelpunkt standen. "How to Dad" geht das Thema nun aus Vatersicht an und sorgt schon deshalb für frischen Wind.

"Es ist für uns nochmal interessanter, mehr die Väter zu erzählen, weil da das schöne Thema 'Welches Bild will ich eigentlich abliefern' deutlicher wird als bei Frauen", erläutert Drehbuchautorin Anneke Janssen die Idee. "Eventuell ist es eine eher unwoke Theorie von mir, aber insgesamt scheint Außenwirkung bei Männern ja doch eine größere Rolle zu spielen. Tragetuch-Vater, Cool-Dad, Sexy-Dad, CEO-Dad, Kumpel-Vater und wie sich das alles mit dem eigenen Verständnis von Männlichkeit verträgt, ist ja teilweise schon erstaunlich. Manchmal erstaunlich gut, aber manchmal auch erstaunlich nicht so gut. Vor allem ging es uns aber um Gleichberechtigung. Nachdem wir uns jahrzehntelang Mütter im Fernsehen angesehen haben, dachten wir, die Väter brauchen auch mal ein bisschen Platz."

Die Männer haben verschiedene Herangehensweisen und Erziehungsmethoden, die in den fünf Folgen aufeinanderprallen (links: Lilou Copeland, rechts: Vladimir Burlakov). (Bild: Bild: ARD Degeto/Bernd Schuller)
Die Männer haben verschiedene Herangehensweisen und Erziehungsmethoden, die in den fünf Folgen aufeinanderprallen (links: Lilou Copeland, rechts: Vladimir Burlakov). (Bild: Bild: ARD Degeto/Bernd Schuller)
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