USA wollen Konsulat in Westsahara eröffnen

·Lesedauer: 1 Min.
US-Außenminister Mike Pompeo

Die USA wollen ein Konsulat in der Konfliktregion Westsahara eröffnen. Zunächst werde eine "virtuelle" diplomatische Einrichtung für das Gebiet geschaffen, danach solle bald ein "voll funktionierendes Konsulat" folgen, erklärte Außenminister Mike Pompeo am Donnerstag in Washington.

US-Präsident Donald Trump hatte Anfang Dezember die Souveränität von Marokko über die Westsahara anerkannt. Diese neue US-Position wurde dann am Dienstag bei dem Besuch einer US-israelischen Delegation in Rabat bekräftigt. Die neue Haltung der USA zur Westsahara war Teil einer Vereinbarung, in deren Rahmen Marokko seine Beziehungen zu Israel normalisierte - als vierter arabischer Staat in diesem Jahr nach den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain und dem Sudan.

Das geplante US-Konsulat in der Westsahara soll nach Angaben Pompeos der Botschaft in Rabat unterstehen. Die Arbeit des Konsulats werde sich auf die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Region konzentrieren. Die USA würden auch weiterhin Verhandlungen zwischen der marokkanischen Regierung und der Bewegung Frente Polisario unterstützen, erklärte der US-Außenminister.

Die Westsahara war bis 1975 spanische Kolonie und wurde dann größtenteils von Marokko besetzt und annektiert. Die Polisario-Front kämpfte gegen die Besatzung und rief 1976 mit Unterstützung Algeriens und Libyens die Demokratische Arabische Republik Sahara aus. Marokko will dem Gebiet an der Atlantikküste im Nordwesten Afrikas aber lediglich eine begrenzte Autonomie zubilligen. Die Polisario-Front fordert dagegen ein Unabhängigkeitsreferendum.

Die Westsahara wird von weniger als einer Million Menschen bewohnt. Das Gebiet verfügt über begehrte Naturressourcen, darunter fischreiche Gewässer und Phosphat-Vorkommen.

dja