USA verhängen Sanktionen gegen türkische Minister

Im Streit um den amerikanischen Pastor Andrew Brunson steuern die USA und die Türkei auf eine handfeste diplomatische Krise zu. Washighton verhängte jetzt Sanktionen gegen den Justizminister und den Innenminister der Türkei. Beide spielten führende Rollen bei der Inhaftierung des Pfarrers. US-Außenminister Mike Pompeo sprach von einer "angemessenen" Maßnahme. Die türkische Regierung habe sich geweigert, Brunson freizulassen, erklärte er. Auch nach zahlreichen Gesprächen habe sich nichts geändert. Das türkische Außenministerium drohte daraufhin mit Gegenmaßnahmen.

Brunson war im Oktober 2016 wegen Terrorvorwürfen in der Türkei inhaftiert worden. Vergangene Woche wandelte ein Gericht die Untersuchungshaft wegen gesundheitlicher Probleme des 50-Jährigen in Hausarrest um. Die türkische Staatsanwaltschaft fordert bis zu 35 Jahre Gefängnis für Brunson.

 Sarah Huckabee Sanders, Pressesprecherin des Weissen Hauses erklärte dazu: "Der Präsident hat die laufenden Entwicklungen zwischen Pastor Andrew Brunson und der Türkei genau verfolgt. Bisher gibt es keinerlei Beweise, dass Pastor Brunson irgendein Unrecht begangen hat. Wir glauben, dass er das Opfer unfairer und ungerechter Behandlung durch die Regierung der Türkei ist."

Brunson werden Verbindungen zur Bewegung des im US-Exil lebenden Predigers Fethullah Gülen vorgeworfen. Ankara macht Gülen für den Putschversuch vom Juli 2016 verantwortlich und fordert von den USA dessen Auslieferung. Im vergangenen September hatte die Türkei einen möglichen Austausch Brunsons gegen Gülen angedeutet.