Irak: Führende IS-Mitglieder gefangen genommen

Am 12. Mai wird der Irak ein neues Parlament wählen, nachdem der sogenannte „Islamische Staat (IS)“ fast vollständig aus seinem Territorium vertrieben werden konnte. (Bild: AP Photo/Hadi Mizban, File)

Im Irak wurden hochrangige Mitglieder des „Islamischen Staat“ festgenommen. Die Informationen zu ihrer Festnahme lieferte ein weiteres hohes Tier des IS.

Die USA und ihre Alliierten feiern einen wichtigen Erfolg im Kampf gegen den IS: Wie am Mittwoch bekannt wurde, gelang es – nach einem Stellvertreter des Anführers der Terrormiliz – nun weitere hochrangige Mitglieder zu verhaften.

Der Stellvertreter des IS-Anführers Abu Bakr al-Baghdadi war bereits im Februar in der Türkei festgenommen worden. Der Mann heißt Ismail al-Ithawi, nennt sich aber Abu Zaid al-Iraqi und hatte innerhalb des IS die Verantwortung für finanzielle, religiöse und Sicherheitsfragen.

Mit den Informationen, die die irakischen und amerikanischen Behörden von al-Ithawi bekamen, konnten bereits zwei irakische Luftangriffe auf Bastionen des IS in Syrien geflogen werden. Außerdem hat der Stellvertreter von al-Baghdadi Informationen über Finanzen an die Ermittler weitergegeben – so konnten Geldquellen der terroristischen Gruppe trockengelegt werden.

Ende April hatten die Behörden al-Ithawi dann so weit, dass er verdeckt Kontakt zu wichtigen Mitgliedern der Gruppe aufbaute und sie in eine Falle lockte, wo sie dann festgenommen werden konnten.

Laut dem irakischen Fernsehen und der „New York Times“ handelt es sich bei den Männern um zwei Syrer und drei Iraker. Auch Präsident Trump twitterte die Erfolgsmeldung.


„Fünf der meistgesuchten Anführer des IS wurden eben gefangen genommen!“

Al-Baghdadi wird seit Jahren gesucht. Die Festnahme seiner fünf Vertrauten ist bislang einer der größten Erfolge der Behörden. „Mit dieser Operation haben wir dem ‚Islamischen Staat’ den Schädel gebrochen. Davor haben wir nur Knochenbrüche verursacht“, sagt der Experte Hisham al-Hashimi, der die irakische Regierung zum Thema IS berät. „Bald wird Baghdadi getötet oder gefangen genommen“, zeigte er sich gegenüber der „Washington Post“ optimistisch.

Der sogenannte Islamische Staat verliert beständig an Territorium im Mittleren Osten. Experten vermuten, dass sich al-Baghdadi in der Grenzregion zwischen Syrien und dem Irak aufhält. Im Dezember 2017 hatte der irakische Premierminister Haider al-Abadi den Sieg über die Terroristengruppe verkündet, nachdem es gelungen war, sie von dem Großteil ihrer einstig eroberten Fläche wieder zu verdrängen. Die Miliz kontrolliert nun nur noch kleine Gebiete in Syrien, für USA und Irak stehen inzwischen geheimdienstliche Operationen gegen die Führung des IS im Vordergrund.


„#Irak nimmt 5 wesentliche IS-Anführer während der #OperationRoundup fest. Die Festnahme ist ein wesentlicher Schlag gegen den IS & zeigt die enge Abstimmung zwischen #ISF {Irakische Streitkräfte, Anm. der Red.} & SDF in ihrem Kampf gegen den IS. @CJTFOIR verpflichtet sich einem nachhaltigen Sieg über den IS & dem Aufbau von Bedingungen für eine Stabilisierung.“

Die USA arbeiten in Sicherheitsfragen eng mit den Geheimdiensten anderer Länder zusammen. In diesem Fall handelte es sich um eine gemeinsame Aktion der USA und der Türkei. Die erfolgreiche Aktion zeige auch den hohen Grad der guten Zusammenarbeit zwischen den irakischen Streitkräften und den kurdisch geführten Syrischen Demokratischen Kräften (SDF), sagte der Sprecher der „Operation Inherent Resolve“ (OIR), wie die amerikanische Koalition gegen den IS heißt. Die SDF haben Anfang Mai ihre Offensive gegen die verbleibenden Gebiete des IS bei Deir ez-Zor wieder aufgenommen, nachdem diese zuvor wegen des türkischen Angriffes auf den kurdischen Kanton Afrin in Nordsyrien zum Stillstand gekommen war.