USA und Türkei vereinbaren Abstimmung von Vorgehen in Syrien

Tillerson und Erdogan

Die USA und die Türkei haben vereinbart, ihr Vorgehen in Syrien künftig besser abzustimmen. US-Außenminister Rex Tillerson sagte am Freitag in Ankara, es werde "keine Alleingänge" der Nato-Partner mehr geben. Die USA und die Türkei hätten "die gleichen Ziele in Syrien", sagte er, forderte die Türkei aber zugleich zur "Zurückhaltung" bei ihrem Vorgehen gegen die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) im syrischen Afrin auf.

Die Beilegung des Streits um die nordsyrische Stadt Manbidsch sei eine "Priorität", sagte Tillerson bei einer Pressekonferenz mit seinem türkischen Kollegen Mevlüt Cavusoglu. Die Stadt westlich des Euphrat wird von der YPG kontrolliert, die Türkei fordert ihren Abzug und droht andernfalls mit einer Militäroffensive auf die Stadt. "Wir stehen Schulter an Schulter mit der Türkei gegen terroristische Bedrohungen", versicherte Tillerson.

Die USA unterstützen die YPG im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) mit Waffen und Spezialkräften. Die Türkei dringt auf die Einstellung dieser Militärhilfe, da es sich aus ihrer Sicht bei der YPG um den syrischen Zweig der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) handelt. Trotz der Proteste ihres Nato-Partners wollen die USA an dem umstrittenen Bündnis festhalten.

Cavusoglu drang bei der Pressekonferenz erneut auf den Rückzug der YPG-Kämpfer aus Manbidsch. Weitere Schritte könnten mit den USA vereinbart werden, sobald die YPG sich aus Manbidsch zurückgezogen habe, sagte der türkische Außenminister. In der Stadt sind auch US-Soldaten stationiert. Sollte die Türkei tatsächlich gegen die YPG in Manbidsch vorrücken, würde eine direkte Konfrontation mit den USA drohen.

Cavusgolu sagte, die Beziehungen der Türkei mit den USA seien an einem "kritischen Punkt". Er habe aber mit Tillerson vereinbart, "die Beziehungen zu normalisieren" und "Mechanismen" zu schaffen, um Streitfragen zu lösen. Die türkische Regierung habe ihre "Erwartungen klar geäußert" hinsichtlich des Umgangs mit der Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen, der Unterstützung für die YPG und des Kampfes gegen die PKK.