Washington stellt Bedingungen für Treffen zwischen Trump und Kim

Bilder von Trump und Kim im südkoreanischen Fernsehen

Das Weiße Haus hat Bedingungen für ein Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un gestellt. Allerdings zeigte sich Trump am Samstag überzeugt, dass Pjöngjang auf Raketentests verzichten werde und atomar abrüsten wolle. Zuvor hatte seine Sprecherin Sarah Sanders gesagt, Pjöngjang müsse seinen Versprechen "konkrete Taten" folgen lassen.

"Ich denke, sie wollen Frieden machen. Ich denke, es wird Zeit", sagte Trump am Samstag vor Anhängern in Moon Township im US-Bundesstaat Pennsylvania. Wichtig dabei sei, dass die USA im Atomkonflikt mit Nordkorea "große Stärke" gezeigt hätten. Vor seinem Abflug zu dem Auftritt sagte Trump vor Reportern, er rechne mit einem "enormen Erfolg" seines geplanten Gipfeltreffens mit Kim.

"Sie haben eine Denuklearisierung versprochen, sie haben einen Stopp der Atom- und Raketentests versprochen", sagte Sanders über die nordkoreanische Führung. "Wir werden kein derartiges Treffen haben, bis wir konkrete Taten sehen, die zu den Worten und der Rhetorik Nordkoreas passen."

Trump twitterte, der chinesische Präsident Xi Jinping habe ihm in einem Telefonat dafür gedankt, dass Washington sich um eine "diplomatische" Lösung der Nordkorea-Krise bemühe statt sich für eine "unheilvolle Alternative" zu entscheiden. China sei weiterhin "hilfreich". Die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua meldete über das Telefonat, Xi habe positiv vermerkt, dass der "richtige Weg des Dialogs" beschritten werde.

Das Weiße Haus erklärte, beide Politiker seien sich einig gewesen, an den Strafmaßnahmen gegen Nordkorea festzuhalten. Der Druck auf Pjöngjang solle so lange aufrechterhalten werden, bis Nordkorea deutliche Schritte hin zu einer "vollständigen, überprüfbaren und unumkehrbaren Denuklearisierung" unternommen habe. China ist der wichtigste Verbündete Nordkoreas, beteiligt sich aber an den vom UN-Sicherheitsrat gegen das Land verhängten Sanktionen.

In einem anderen Tweet schrieb Trump, es bahne sich ein "Deal" mit Nordkorea an. Komme die Vereinbarung zustande, werde es "eine sehr gute für die Welt sein". Zeitpunkt und Ort des Treffens mit Kim würden noch festgelegt. Nach Angaben der südkoreanischen Regierung soll die Begegnung bis Ende Mai stattfinden.

Das geplante Treffen zwischen Trump und Kim war am Donnerstag verkündet worden - eine spektakuläre Wende im Konflikt um das nordkoreanische Atomwaffen- und Raketenprogramm. Die Initiative wurde international begrüßt. Zugleich wurde Kritik laut, die USA kämen dem isolierten Nordkorea damit zu sehr entgegen und würden den autoritären Machthaber Kim aufwerten.

Der ehemalige US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, Bill Richardson, sagte der Nachrichtenagentur AFP zu dem Treffen: "Das ist nicht (Trumps frühere Reality-Serie) 'The Apprentice' oder ein Reality-TV-Event". Es gehe vielmehr um eine Verhandlung mit einem "unberechenbaren Führer", der mindestens 20 Atomwaffen habe und die USA bedrohe.

Der Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, bezeichnete das geplante Treffen in der "Bild"-Zeitung vom Samstag als "gute Nachricht". Ein Gespräch sei aber noch "kein Verhandlungsdurchbruch". Außerdem wäre ein Treffen Kims mit Trump ein "enormer propagandistischer Erfolg für Pjöngjang".

Die frühere US-Außenministerin Hillary Clinton - Trumps unterlegene Rivalin bei der Präsidentschaftswahl 2016 - warnte in der niederländischen Zeitung "Algemeen Dagblad", die US-Regierung sehe nicht die "Gefahr" direkter Gespräche mit Pjöngjang. Es fehle den USA derzeit an erfahrenen Diplomaten.