USA setzen 20 Millionen Dollar Kopfgeld auf mexikanischen Drogenboss aus

Quintero 2005 im Gefängnis inmitten von Polizisten

Die US-Behörden haben ein Kopfgeld in Millionenhöhe auf den mexikanischen Drogenboss Rafael Caro Quintero ausgesetzt. Die Bundespolizei FBI und die Antidrogenbehörde DEA setzten Quintero auf die Liste der zehn meistgesuchten Kriminellen und boten eine Belohnung von 20 Millionen Dollar (16,2 Millionen Euro) für Informationen, die zur Ergreifung des flüchtigen Drogenbosses führen. Der Gründer des früheren Guadalajara-Kartells wurde zudem wegen Drogenhandels und Mordes angeklagt.

Quintero war bereits in Mexiko wegen der Ermordung des DEA-Agenten Enrique Camarena verurteilt worden. Dieser war in Mexiko 1985 entführt, gefoltert und getötet worden. Nach 28 Jahren Haft kam Quintero 2013 auf Anordnung eines mexikanischen Gerichts frei. Zwar widerrief das Oberste Gericht die Entscheidung - doch da war der "Drogenboss der Drogenbosse" bereits untergetaucht. 2016 gab Quintero aus dem Untergrund ein Interview, in dem er jegliche Verwicklung in den Mord an Camarena abstritt.

Die US-Anklageschrift gegen Quintero bezieht sich auf den Zeitraum von 1980 bis 2017. Die USA versuchen immer, mexikanische Drogenschmuggler in den USA vor Gericht zu stellen. Im Januar 2017 hatten die US-Behörden Erfolg mit einem Auslieferungsantrag für den früheren Chef des Sinaloa-Rauschgiftkartells, Joaquín "El Chapo" Guzmán. Dieser wartet nun in New York auf seinen Prozess.