USA: Selbstverteidigung im LGBT-Schützenverein

Lore McSpadden ist eigentlich erklärte Pazifistin und hatte vorher noch nie ein Gewehr in der Hand. Nun lernt sie, auf Tontauben zu schießen, beim Trigger Warning Queer & Trans Gun Club, einem Schießclub speziell für Schwule, Lesben und Transgender. Davon gibt es immer mehr in den USA. Der Grund: Angst vor rechtsradikalen Übergriffen.

Lore McSpadden: “Wir tragen damit unserer Angst vor einer Welt Rechnung, in der nur Konservative bewaffnet sind.”

18 Mitglieder zählt der Verein in Rochester im US-Bundestaat New York, allesamt sind Angehörige der LGBT-Community und im Umgang mit Waffen weitgehend unbedarft. Einmal im Monat trifft man sich zu Schießübungen. Der Auslöser: Unmittelbar nach dem Wahlsieg von Donald Trump wurden hier zwei Häuser mit Regenbogenfahnen niedergebrannt, kurz danach tauchten Schilder mit dem Ku-Klux-Klan-Symbol auf.

Queere Menschen gelten allgemein als schwach und schutzlos, sagt ein anderes Club-Mitglied, Jake Allen. Dagegen wehre er sich. “Weiße Rassisten und Neonazis sollen wissen, dass queere Leute die nötigen Schritte ergreifen, um sich zu schützen.”

Spätestens seit den rechtsextremen Ausschreitungen von Charlottesville, bei denen eine Gegendemonstrantin getötet wurde, wächst das Bedürfnis nach Selbstverteidigung. Auch in anderen Städten gibt es ähnliche Initiativen. Eine Entwicklung, die alteingesessene Aktivisten wie Scott Fearing von Out Alliance beunruhigt. “Wollen wir dieses Wettrüsten wirklich? Wir wissen, dass es nie jemandem nützt. Wenn alle bewaffnet sind, führt das nur zu Tod und Zerstörung.”

Letztlich fördere das gemeinsame Schießen auch den Zusammenhalt, sagen die Mitglieder im Trigger Warning Queer & Trans Gun Club. Es gebe viele Anfragen.