USA liefern Panamas früheren Präsidenten aus

Die USA liefern Panamas früheren Präsidenten Ricardo Martinelli an seine Heimat aus. Mit der Entscheidung des US-Außenministeriums vom Freitag scheiterte Martinellis monatelanger Kampf gegen die Auslieferung nach Panama, wo ihm der Prozess wegen einer Abhöraffäre gemacht werden soll. Seine Anwälte hatten die Überstellung unter anderem mit Verweis auf Martinellis USA-freundliche Politik in seiner Amtszeit von 2009 bis 2014 zu verhindern versucht.

Der 66-Jährige war vergangenen August in Miami festgenommen worden. Das Vorgehen der panamaischen Justiz gegen ihn bezeichnet Martinelli als politisch motiviert. Ein Sprecher des Ex-Präsidenten erklärte, die Auslieferung werde für die kommenden Tage erwartet.

Als Präsident soll Martinelli Telefongespräche von mehr als 150 Menschen - unter ihnen Journalisten und Politiker - abhören lassen haben. Zudem wird ihm Korruption in mehr als 20 Fällen vorgeworfen.

In dem Auslieferungsersuchen an die USA verweist Panamas Justiz aber nur auf die Abhöraffäre. Einem Abkommen der beiden Länder zufolge kann einem Ausgewiesenen nur in jenen Punkten der Prozess gemacht werden, die in dem Ersuchen angeführt sind.