USA kritisieren Freilassung von mutmaßlichem Drahtzieher der Mumbai-Anschläge

Die USA haben die Freilassung eines der mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge im indischen Mumbai vor neun Jahren scharf kritisiert. Washington sei über die Entscheidung eines Gerichts in Pakistan, den Hausarrest gegen Hafiz Saeed aufzuheben, sehr besorgt, erklärte die Sprecherin des US-Außenministeriums, Heather Nauert, am Freitag. Saeed sei Gründer der Laskhar-e-Taiba, "einer Terrororganisation, die für den Tod hunderter unschuldiger Zivilisten verantwortlich ist".

Nauert forderte die pakistanische Regierung auf, "sicherzustellen, dass er festgenommen und für seine Verbrechen angeklagt wird". Saeed war zuvor auf Veranlassung des Gerichts aus dem Hausarrest entlassen worden, weil die Regierungsbehörden in Islamabad keine Beweise für seine Verwicklung in die Anschläge von Mumbai im Jahr 2008 vorlegen konnte, bei denen mehr als 160 Menschen getötet worden waren.

Der islamistische Geistliche und Chef der auf der UN-Terrorliste geführten Hilfsorganisation Jamaat-ud-Dawa (JuD) traf sich nach seiner Freilassung bereits mit seinen Anhängern in Lahore und führte die Freitagsgebete an.

JuD-Sprecher Nadeem Awan wies alle Vorwürfe zurück, Saeed habe Verbindungen "mit dem Terrorismus". Er sei lediglich unter Hausarrest gestellt worden, weil er über die Rechte der Menschen in der zwischen Indien und Pakistan umstrittenen Kaschmir-Region gesprochen habe. Saeed setzt sich seit Jahrzehnten für ein Ende der indischen Kontrolle über Kaschmir ein. Auch Indien reagierte erbost auf seine Freilassung.