Trump will US-Soldaten vorerst noch in Syrien belassen

US-Präsident Trump will den Syrien-Einsatz bald beenden

Trotz der von US-Präsident Donald Trump angekündigten raschen Beendigung des Syrien-Einsatzes behalten die Vereinigten Staaten vorerst noch ihre Truppen in dem Bürgerkriegsland. Die USA blieben zusammen mit ihren Verbündeten dem Ziel verpflichtet, die verbliebene "geringe Präsenz" von Kämpfern der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) zu vernichten, erklärte am Mittwoch das Weiße Haus. Trump hatte vor einigen Tagen mit seiner Ankündigung eines raschen Truppenabzugs Besorgnisse in Partnerstaaten ausgelöst.

Auch Mitarbeiter der eigenen Regierung wurden durch die Ankündigung des Präsidenten laut US-Medienberichten auf dem falschen Fuß erwischt. Die US-Streitkräfte arbeiteten nach Informationen des Senders CNN zu diesem Zeitpunkt an Plänen, dutzende zusätzliche Soldaten in den Norden Syriens zu entsenden.

Die jetzige Erklärung des Weißen Hauses deutet darauf hin, dass Trump unter dem Einfluss von Beratern anscheinend sein Vorhaben eines raschen Truppenabzugs etwas zurückgestellt hat. Er hatte am Dienstag mit seinem Sicherheitsteam über den Syrien-Einsatz beraten.

In der Erklärung von Präsidentensprecherin Sarah Sanders hieß es zwar, dass der US-Militäreinsatz gegen den IS in Syrien "sich rasch dem Ende nähert". Die Dschihadistenorganisation sei in dem Land "fast völlig vernichtet".

Allerdings machte Sanders keine Angaben zu einem Zeitplan für den US-Truppenabzug. Sie betonte zudem, dass die USA sich weiterhin mit ihren Verbündeten hinsichtlich ihrer künftigen Syrien-Pläne absprechen würden.

Der Syrien-Einsatz war auch Thema eines Telefonats, das Trump am Mittwoch mit dem französischen Staatschef Emmanuel Macron führte. Nach Angaben des Elysée-Palasts bekundeten dabei beide ihre "Entschlossenheit", den IS in Syrien wie im Irak "bis zum Ende zu bekämpfen" und jedes Wiedererstarken der Miliz zu verhindern.

Trumps Ankündigung eines raschen Abzugs aus Syrien hatte nach Angaben europäischer Diplomaten die Verbündeten unvorbereitet getroffen. Auch in den eigenen Reihen hatte Trump mit seiner Ankündigung offenbar Sorgen ausgelöst.

Der Chef des US-Militärkommandos für den Nahen und Mittleren Osten, General Joe Votel, warnte am Dienstag, dass es in Syrien weiterhin Zonen mit IS-Präsenz gebe, "in denen wir unsere Operationen fortsetzen müssen". Das US-Militär habe "in dieser Phase der Stabilisierung eine Rolle zu spielen", sagte Votel bei einer Veranstaltung in Washington.

Der US-Sondergesandte bei der internationalen Militärallianz gegen den IS, Brett McGurk, betonte auf derselben Konferenz, die US-Mission in Syrien "ist noch nicht beendet, und wir werden sie beenden".

Trump hatte am Donnerstag in einer Rede gesagt: "Wir werden sehr bald aus Syrien abziehen." Die US-Truppen sollten "in unser Land" zurückkehren, "wo wir hingehören, wo wir sein wollen". Um Syrien sollten sich "andere Leute" kümmern. Wen er damit meinte, sagte er nicht.

Die USA sind in dem Bürgerkriegsland mit rund 2000 Soldaten präsent, die überwiegend kurdische Kämpfer in Operationen gegen den IS unterstützen. Außerdem bekämpfen die US-Streitkräfte im Rahmen der internationalen Allianz die Extremisten mit Angriffen aus der Luft.