Nordkorea verlegt Kampfflugzeuge an die Ostküste

Der Konflikt zwischen Nordkorea und den USA spitzt sich zu. Jetzt vermelden Medien, dass Nordkorea Kampfflugzeuge an die Ostküste verlegt. Zuvor beschwichtigte das Weiße Haus eine mögliche Kriegserklärung.


Die USA haben Vorwürfe aus Nordkorea, US-Präsident Donald Trump habe dem Land den Krieg erklärt, zurückgewiesen. Dies habe er in seinem Tweet am Samstag nicht getan, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Huckabee Sanders, am Montag. Damit widersprach sie dem nordkoreanischen Außenminister Ri Yong Ho.

Unterdessen baut Nordkorea nach Medienberichten seine Verteidigungsstellung an der Ostküste aus und hat Kampfflugzeuge dorthin verlegt. Nordkorea reagierte damit offensichtlich auf die Entsendung mehrerer Langstreckenbomber und Kampfjets der USA in den internationalen Luftraum vor seiner Küste am vergangenen Samstag, wie südkoreanische TV-Sender und die Nachrichtenagentur Yonhap am Dienstag unter Berufung auf den Geheimdienst und Abgeordnete in Seoul berichteten.

Unterdessen mahnte Südkorea zu Vorsicht, um den Konflikt nicht noch weiter anzuheizen. Die südkoreanische Außenministerin Kang Kyung Wha sagte, weitere Provokationen aus Nordkorea seien sehr wahrscheinlich. Deshalb sei es wichtig, dass Seoul und Washington in der Krise mit Scharfsinn und Beharrlichkeit vorgingen. Sie warnte am Montag vor unbeabsichtigten militärischen Aufeinandertreffen in der Region, die schnell außer Kontrolle geraten könnten. „Es kann keinen weiteren Krieg in der Region geben“, sagte Kang in Washington. Etwaige Konsequenzen seien verheerend - nicht nur für die Koreanische Halbinsel, sondern für Nordost-Asien und die internationale Gemeinschaft.

Ein Pentagonsprecher erklärte am Montag indes, es gebe eine große Bandbreite an militärischen Optionen, die dem Präsidenten zur Verfügung gestellt werden könnten. Donald Trump könne anschließend entscheiden, wie er mit Nordkorea umgehen wolle. Die Vereinigten Staaten seien auf die Verteidigung der eigenen Kräfte sowie ihrer verbündeten Länder vorbereitet.


Die USA hatten bereits am Samstag mehrere B-1B-Bomber und Kampfjets an den nördlichsten Punkt der Grenze zwischen Nord- und Südkorea geschickt. Der Einsatz in internationalem Luftraum war laut Pentagon der erste in diesem Jahrhundert, bei dem US-Kampfflugzeuge so weit nördlich vor der Küste Nordkoreas flogen.

Nordkoreas Außenminister Ri hatte gesagt, nach Trumps „Kriegserklärung“ habe sein Land laut UN-Charta das Recht, Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Dazu zähle etwa, strategische US-Bomber abzuschießen, auch wenn sie noch nicht in nordkoreanischem Luftraum seien.

Anlass für die harte Rhetorik war ein Tweet des US-Präsidenten vom Samstag. Darin hatte dieser geschrieben, den nordkoreanischen Außenminister bei den UN gehört zu haben. Wenn dieser Gedanken des „kleinen Raketenmannes“ wiederhole, würden „sie (die Nordkoreaner) nicht mehr lange hier sein“. Mit dem Wort „Raketenmann“ bezog sich Trump auf Machthaber Kim Jong Un.

Ri sagte, die UN und die internationale Gemeinschaft hätten sich in den vergangenen Tagen zwar gewünscht, dass aus dem Krieg der Worte zwischen Nordkorea und den USA keine echte Tat werde. Doch Trumps Äußerung, die Staatsführung Nordkoreas werde nicht mehr lange da sein, sei eindeutig eine Kriegserklärung. Die Welt solle in Erinnerung behalten, dass die USA die Erklärung zuerst abgegeben hätten.

Es war nicht das erste Mal, dass Nordkorea von einer Kriegserklärung zwischen den beiden Ländern sprach. Im Sommer 2016 nannte Pjöngjang US-Sanktionen gegen Kim eine „Kriegserklärung“ gegen das nordkoreanische Volk. Ähnlich äußerte sich das Land nach dem Beschluss von UN-Sanktionen im Dezember.