USA fiebern der totalen Sonnenfinsternis entgegen

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Bewohner Charlestons erwarten die Finsternis

Millionen von Menschen in den USA fiebern einer totalen Sonnenfinsternis entgegen: Erstmals seit 99 Jahren ist das seltene Naturschauspiel quer durch die Vereinigten Staaten zu sehen

Millionen von Menschen quer durch die USA fiebern einer totalen Sonnenfinsternis entgegen: Erstmals seit 99 Jahren ist das seltene Naturschauspiel am Montag in den Vereinigten Staaten zu sehen. Spezialbrillen zum gefahrlosen Blick auf die verdunkelte Sonne sind vielerorts ausverkauft oder nur noch zu astronomischen Preisen zu bekommen, fliegende Händler bieten Sonnenfinsternis-T-Shirts und -Anstecknadeln an.

Als erstes wird die Sonnenfinsternis um 09.05 Uhr Ortszeit (18.05 Uhr MESZ) im Westküstenstaat Oregon zu sehen sein, wo sie 75 Minuten später ihren Höhepunkt erreicht. Anschließend wandert der Kernschatten des Mondes diagonal über die USA bis nach South Carolina an der Ostküste. In Charleston wird die Sonnenfinsternis als letztes zu sehen sein.

Oregon rechnet mit mehr als einer Million Sonnenfinsternis-Touristen, verstopften Straßen und überfüllten Campingplätzen. "Es ist die Reise meines Lebens", sagte die Touristin Deirdre Duignan aus Irland zu ihren Sonnenfinsternis-Trip an die US-Westküste. "Das wird einer dieser Momente, die einem den Atem rauben."

Insgesamt wird die totale Sonnenfinsternis in 14 Bundesstaaten mit zwölf Millionen Einwohnern zu sehen sein, weitere Millionen von US-Bürgern werden zumindest eine teilweise Finsternis bewundern können. Charleston, wo die Finsternis als letztes zu sehen sein wird, quoll bereits am Wochenende über vor Touristen. "Seit Freitagabend ist hier die Hölle los", sagte Barbesitzer Chaz Wendell. "Das wird vermutlich unser bestes Wochenende des Jahres."

Doch etwas könnte einem Teil der Finsternis-Fans den Spaß verderben - das Wetter. Zumindest für South Carolina waren Wolken und vereinzelte Gewitter vorhergesagt.

Nick Willder und Sarah Boylan aus dem englischen Nottingham hatten ihre USA-Reise extra so geplant, dass sie am Montag in Charleston endete. Zweimal hatten die beiden zuvor bereits versucht, Sonnenfinsternisse zu sehen - beide Versuche in England und China waren verregnet. Sollte es diesmal wieder nichts werden mit dem spektakulären Anblick, wollen die beiden es mit Fassung tragen: "Wenn wir die Finsternis nicht sehen können, macht das auch nichts", sagte Willder. "Wir stecken eine weitere Stecknadel in unsere Weltkarte."