US-Wahl: Biden sagt Sanders inhaltliche Mitsprache bei Parteitag zu

WASHINGTON (dpa-AFX) - Der demokratische US-Präsidentschaftsbewerber Joe Biden will seinem früheren Mitbewerber, dem linken Senator Bernie Sanders, inhaltliche Mitsprache beim Parteitag der Demokraten im Sommer zusichern. Bidens Kampagne teilte am Donnerstag mit, man habe sich mit Sanders' Team auf eine Regelung zur Verteilung der Delegierten für den Parteitag geeinigt. Ziel ist dabei, Sanders und seinen Anhängern aus dem linken Flügel Mitsprache zu geben und die Partei so zusammenzuführen. Biden gehört zum moderaten Flügel.

Sanders war vor gut drei Wochen aus dem Präsidentschaftsrennen der US-Demokraten ausgestiegen und hatte damit den Weg frei gemacht für eine Kandidatur des Ex-US-Vizepräsidenten Biden. Dieser ist nun der einzige verbliebene Anwärter seiner Partei und steht so quasi schon als Herausforderer von Amtsinhaber Donald Trump bei der Wahl im November fest. Offiziell soll er beim Parteitag der Demokraten im August als Präsidentschaftskandidat gekürt werden.

Bei der Bekanntgabe seines Rückzugs hatte Sanders angekündigt, bei den restlichen Vorwahlen auf den Wahlzetteln zu bleiben, um weiter Delegiertenstimmen zu sammeln und sich so zumindest noch inhaltlichen Einfluss beim Parteitag zu sichern, wo auch der programmatische Kurs debattiert wird.

Durch den Rückzug seiner Präsidentschaftsbewerbung muss Sanders den Parteiregularien zufolge eine Reihe von Delegierten an Biden abtreten. Die Teams von Biden und Sanders einigten sich aber darauf, Sanders-Anhänger trotzdem anteilig zu den gewonnenen Delegiertenstimmen in die Beratungen beim Parteitag einzubinden. Biden hat bereits mehrfach klar gemacht, Anliegen von Sanders und dessen Anhängern aufgreifen zu wollen. Beide Seiten verständigten sich etwa, in gemeinsamen Arbeitsgruppen an inhaltlichen Konzepten für die Zukunft zu arbeiten.

Sanders hatte sich schon bei der Wahl 2016 um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten bemüht, unterlag damals bei den Vorwahlen aber seiner internen Konkurrentin Hillary Clinton. Damals hatte es bis zuletzt harte interne Kämpfe zwischen beiden Lagern gegeben. Manche sahen Trumps Wahlsieg 2016 dadurch begünstigt. Ein ähnliches Szenario wollen viele Demokraten diesmal unbedingt vermeiden.