US-Vizepräsident Pence verschiebt Nahost-Reise

US-Vizepräsident Mike Pence verschiebt seinen umstrittenen Besuch im Nahen Osten. Die für Dienstag und Mittwoch geplante Reise nach Ägypten und Israel werde auf Mitte Januar verschoben, teilte das Weiße Haus am Montag in Washington mit. Hintergrund sei die Abstimmung über die Steuerreform im Kongress, bei der im Falle eines Patts seine Stimme notwendig sei.

Pence wollte zwei Wochen nach der Kehrtwende seines Landes in der Jerusalem-Politik in den Nahen Osten reisen. Erste Station sollte am Dienstag die ägyptische Hauptstadt Kairo sein, wo ein Treffen mit Präsident Abdel Fattah al-Sisi geplant war. Am Mittwoch sollte Pence nach Jerusalem weiterreisen. Dort wollte er Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu treffen und eine Rede vor dem israelischen Parlament halten.

US-Präsident Donald Trump hatte wütende Reaktionen in der muslimischen Welt ausgelöst, als er Anfang Dezember Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkannte. Aus Protest sagten mehrere Gesprächspartner auf arabischer Seite Treffen mit Pence ab - unter anderem Palästinenserpräsident Mahmud Abbas.

Wenige Stunden vor der Verschiebung der Reise hatten sich die USA mit einem Veto gegen eine kritische UN-Resolution zur Jerusalem-Politik Washingtons im UN-Sicherheitsrat isoliert. Bei der Abstimmung über den Text, der die Anerkennung von Jerusalem als Hauptstadt Israels durch die USA kritisierte, legten die USA am Montag in New York ihr Veto ein und standen damit alleine da: Die 14 übrigen Ratsmitglieder - unter ihnen die US-Verbündeten Großbritannien und Frankreich - stimmten für die von Ägypten eingebrachte Vorlage.