US-Verteidigungsminister warnt Nordkorea vor Einsatz von Atomwaffen

Mattis und Song bei gemeinsamer Pressekonferenz in Seoul

US-Verteidigungsminister Jim Mattis hat Nordkorea davor gewarnt, einen Angriff mit Atomwaffen zu starten. "Täuscht Euch nicht - jeder Angriff auf die Vereinigten Staaten oder unsere Verbündeten wird niedergeschlagen werden", sagte Mattis am Samstag in Seoul. Jeder Einsatz nuklearer Waffen werde eine "massive militärische Antwort, wirksam und überwältigend," nach sich ziehen.

Mattis fügte hinzu, er sehe keine Bedingung, unter der Washington Nordkorea als Atommacht akzeptieren könne. Der Pentagon-Chef äußerte sich auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem südkoreanischen Verteidigungsminister Song Young Moo.

Mattis bekräftigte zugleich, dass eine diplomatische Lösung des Konflikts die "bevorzugte Vorgehensweise" sei. Mit militärischer Rückendeckung seien US-Diplomaten allerdings "am effektivsten". Pjöngjang solle "keine Illusionen hegen". Militärisch werde Nordkorea von den USA und ihrem Verbündeten Südkorea übertroffen. Die Vereinigten Staaten haben in Südkorea 28.500 Soldaten stationiert.

Südkorea ist eine Etappe bei der von Mattis am Montag begonnenen Asienreise. Zunächst hatte er an einer Konferenz mit den Verteidigungsministern der Südostasiatischen Staatengemeinschaft (Asean) auf dem philippinischen Militärstützpunkt Clark teilgenommen. Später besuchte er Thailand. Am Freitag suchte er die schwer befestigte Grenze zwischen Südkorea und Nordkorea auf.

Am 7. und 8. November wird US-Präsident Donald Trump in Südkorea erwartet. Er wird eine Rede im südkoreanischen Parlament halten und einen US-Militärstützpunkt besuchen. Weitere Stationen von Trumps Asienreise sind Japan, China und die Philippinen.

Der US-Präsident hatte mit scharfer Rhetorik gegenüber Nordkorea und einer Absage an diplomatische Bemühungen zuletzt wiederholt Besorgnis über eine Eskalation des Atomkonflikts ausgelöst. Mattis betonte dagegen während seiner Asienreise die Notwendigkeit einer friedlichen Lösung.

Die internationale Gemeinschaft hat bereits eine Reihe von harten Sanktionen gegen Pjöngjang verhängt. Die nordkoreanische Führung gibt sich bisher aber unbeeindruckt: Am 3. September nahm Pjöngjang seinen bislang stärksten Atomwaffentest vor. Zudem testet Nordkorea regelmäßig Raketen und verletzt damit Resolutionen des UN-Sicherheitsrats.

Forderungen südkoreanischer Abgeordneter, angesichts der Gefahr aus dem Norden taktische Atomwaffen der USA in Südkorea zu stationieren, wies Verteidigungsminister Song zurück. Seoul sei in der Lage, sich selbst zu verteidigen.