US-Verteidigungsminister: China will in Krise Image aufpolieren

WASHINGTON (dpa-AFX) - US-Verteidigungsminister Mark Esper hat der kommunistischen Führung Chinas vorgeworfen, mit falschen Versprechen und "Zwang" ihr Image in der Corona-Krise aufzupolieren. Trotz allem, was China in der Krise versäumt habe zu tun, versuche die Regierung in Peking, das Land gut dastehen zu lassen, indem sie anderen Ländern Unterstützung anbiete, sagte Esper am Dienstag im Pentagon. Allerdings seien gelieferte Masken und andere Ausrüstung vielfach nicht gut. "Es ist defekte Ausrüstung", sagte Esper. Zudem warf er China vor, Hilfe in vielen Fällen an "enorme" Bedingungen zu knüpfen. "Sie sagen einem Land: Hier, Sie können diese Masken nehmen, aber bitte stellen Sie öffentlich heraus, wie gut China ist."

China sei von Beginn an nicht transparent mit der Ausbreitung des Coronavirus umgegangen, kritisierte Esper und forderte Peking auf, US-Untersuchungen zuzulassen. "Sie müssen uns (...) hinein lassen, um mit den ersten Patienten zu sprechen, um mit den chinesischen Forschern und Wissenschaftlern zu sprechen und Zugang zu haben."

Immer neue Vorwürfe aus Washington belasten das Verhältnis zwischen China und den USA zusehends. US-Präsident Donald Trump behauptete am Freitag erneut, Hinweise zu haben, dass die Pandemie ihren Ursprung in einem chinesischen Labor genommen haben könnte. China wies die Anschuldigungen zurück.

Der Generalstabschef der US-Streitkräfte, Mark Milley, machte am Dienstag erneut deutlich, dass viele Fragen mit Blick auf den Ursprung des Virus noch nicht geklärt seien. Die Beweislast deute bislang darauf hin, dass das Virus nicht künstlich erzeugt und der Ausbruch wahrscheinlich auch nicht absichtlich herbeigeführt worden sei. Die Antwort auf die Frage, ob das Virus aus dem Institut für Virologie in der Stadt Wuhan, von einem Tiermarkt oder ganz woanders her stamme, laute: "Wir wissen es nicht."