US-Vermögensverwalter Blackrock steckt Geld in Münchner Online-Vermögensplattform

Blackrock-Chef Laurence Fink

Der weltweit größte Vermögensverwalter, Blackrock aus den USA, beteiligt sich an der deutsch-britischen Online-Vermögensplattform Scalable Capital. Das Start-up-Unternehmen, seit 16 Monaten auf dem Markt, sammelte in einer Finanzierungsrunde insgesamt 30 Millionen Euro ein, die Gesamtfinanzierung stieg damit auf 41 Millionen Euro, wie Scalable am Dienstag mitteilte. Der neue Investor Blackrock werde mit seiner Beteiligung nun einen "signifikanten Minderheitsanteil" halten.

Scalable verwaltet nach eigenen Angaben mehr als 250 Millionen Euro von rund 6000 Privatkunden. In Deutschland und Großbritannien sei das Unternehmen bereits "stark gewachsen", deshalb will Scalable nun "in weitere europäische Märkte expandieren". Scalable habe eine Plattform entwickelt, die auf mehrere Sprachen und Währungen ausgerichtet sei. Weitere Anteilseigner am Unternehmen sind etwa die Beteiligungsgesellschaften von Holtzbrinck und Tengelmann.

Immer mehr Verbraucher setzten bei der Geldanlage auf technologiebasierte Unterstützung, erklärte Patrick Olson von Blackrock. Deshalb steige bei europäischen Finanzdienstleistern wie Banken, Versicherungen, Vermögensverwaltern und Beratungsfirmen der Bedarf an technologiebasierten Investmentlösungen. Blackrock sei auch in den USA an mehreren digitalen Vermögensverwaltern beteiligt.

Der Gründer und Geschäftsführer von Scalable, Erik Podzuweit, nannte die Investition von Blackrock eine "fantastische Validierung unserer bisherigen Arbeit". Er hatte das Unternehmen 2014 mit gegründet. Die Online-Plattform beschäftigt in München und London mittlerweile rund 50 Mitarbeiter.

Fintechs wie Scalable setzen Anlage-Roboter ein, die auf Grundlage von Algorithmen Portfolios für Verbraucher erstellen. Die Programme ermitteln meist mit ein paar einfachen Fragen die Risikobereitschaft und errechnen eine Anlagestrategie. Verbraucher können die Entwicklung ihres Portfolios jederzeit auf dem PC oder Smartphone verfolgen. Einige Anbieter arbeiten mit einer Bank zusammen, bei der die Anleger ein Depot eröffnen müssen.

Die Anlage erfolgt meist in passive, breit gestreute Indexfonds, sogenannte ETFs, aber auch in andere Anleihen wie Staatspapiere oder Rohstoffe. Je nach gewünschter Risikoklasse des Verbrauchers steigt oder sinkt der Aktienanteil.