US-Unternehmer: „Ein bedingungsloses Grundeinkommen funktioniert, selbst wenn 90 Prozent der Menschen dann nur noch kiffen“

Carolin Ludwig and Chris Weller
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Die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens — also dass jeder Mensch monatlich einen bestimmten Geldbetrag erhält, ohne dafür irgendwelche Auflagen erfüllen zu müssen — wird in letzter Zeit immer öfter diskutiert: Der kanadische Bundesstaat Ontario will es an einigen ausgewählten Bürgern testen, die finnische Sozial-Agentur KELA arbeitet an einem Entwurf, wonach jeder Finne monatlich 800 Euro erhalten soll, und in Deutschland verteilt das Projekt „Mein Grundeinkommen“ bereits für ein Jahr je 1.000 Euro pro Monat an einige Glückspilze.

Doch das bedingungslose Grundeinkommen ist alles andere als unumstritten. Gegner und Kritiker befürchten hauptsächlich, dass sich ein bedingungloses Grundeinkommen nicht finanzieren lasse und dass es die Menschen faul mache. Doch Sam Altman, ein amerikanischer Unternehmer aus dem Silicon Valley, sagt jetzt: Stimmt nicht, und selbst wenn, wäre es egal.

Faulpelze sind vernachlässigbar

Altman steht an der Spitze der amerikanischen Start-up-Schmiede Y Combinator und wurde außerdem von „Forbes“ zum Top-Investor unter 30 Jahren gewählt. In einem Podcast für „Freakonomics“ beschäftigte er sich nun mit der Frage „Ist die Welt bereit für ein bedingungsloses Grundeinkommen“ und kam zu einer eindeutingen Antwort: „Vielleicht werden 90 Prozent der Menschen dann nur noch Gras rauchen und Videospiele zocken, aber wenn es den anderen zehn Prozent die Möglichkeit gibt, unglaubliche neue Produkte, Dienstleistungen und Wohlstand zu schaffen, dann bringt das bedingungslose Grundeinkommen trotzdem noch einen riesigen Netto-Gewinn.“ 

Laut Altman schaffe ein bedingungloses Grundeinkommen für brilliante Menschen die Möglichkeit, endlich ihre Träume und Ideen verwirklichen zu können. Der daraus entstehende Gewinn sei groß genug, um nicht nur die Wirtschaft des Landes zu stützen, sondern auch den möglichen Produktivitätsverlust anderer zu kompensieren.

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