US-Unternehmen in Deutschland besorgt wegen protektionistischer Tendenzen

Bereitet Firmen Sorgen: US-Präsident Trump

Die US-Unternehmen in Deutschland blicken besorgt in ihr Heimatland. Freier Handel sei für sie das Wichtigste, daher bereiteten protektionistische Tendenzen den US-Unternehmen hierzulande Sorgen, erklärte die Amerikanische Handelskammer in Deutschland (AmCham) am Mittwoch. Neun von zehn sehen dies laut Umfrage als "größte Herausforderung" in den transatlantischen Wirtschaftsbeziehungen. Die 50 umsatzstärksten US-Firmen in Deutschland mit Autobauer Ford an der Spitze erwirtschafteten hier 2016 rund 176 Milliarden Euro.

Die Handelskammer befragte im August die Mitgliedsfirmen, die im transatlantischen Markt tätig sind, darunter US-Firmen, aber auch deutsche und internationale. Es beteiligten sich 99. Die Mehrheit von ihnen hält ein Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU für erforderlich - an einen baldigen Abschluss glauben die meisten jedoch nicht.

US-Präsident Donald Trump setzt mit seiner "America First"-Politik auf eine wirtschaftliche Abschottung der Vereinigten Staaten. Er droht ausländischen Unternehmen mit Strafzöllen und kündigte bereits das transpazifische Freihandelsabkommen TPP auf. Die Zukunft des Freihandelsabkommen zwischen EU und USA (TTIP) ist offen.

Laut AmCham waren 2016 die umsatzstärksten US-Firmen in Deutschland nach Ford der Autobauer Opel (mittlerweile in französischer Hand) und der Online-Händler Amazon. Auf Platz vier folgt ExxonMobil mit der Marke Esso. Die 50 umsatzstärksten Firmen sind demnach vor allem in den Branchen Auto, IT und Telekommunikation und Dienstleistungen tätig. Besonders stark wachsen demnach "digitale Vorreiter im Bereich der Plattformökonomie".

Größte Arbeitgeber unter den US-Firmen in Deutschland sind McDonald's, der Personaldienstleister Manpower, Ford, Opel und der Paketdienst UPS.