US Tax-Winner Index – Die Steuerprofiteure in einem Index

Benedikt Kaufmann
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US Tax-Winner Index – Die Steuerprofiteure in einem Index

Great! Donald Trump hat es geschafft – die US-Steuerreform ist durch. Die Körperschaftsteuer sinkt von 35 auf 21 Prozent, Gewinne aus dem Ausland können zu einem geringeren Steuersatz zurück in die USA geholt und Investitionen dürfen innerhalb der kommenden fünf Jahre komplett abgeschrieben werden. Doch wer sind die Steuer-Profiteure? DER AKTIONÄR hat gemeinsam mit Morgan Stanley den US Tax-Winner Index zusammengestellt.

Analysten positiv gestimmt

An der Börse sorgte die Verabschiedung des Gesetzes für zusätzlichen Optimismus. Zahlreiche Analysten hoben ihre Prognosen für 2018 deutlich an. Zudem sehen sie bei Weitem nicht alle Effekte der Steuerreform in den Kursen eingepreist. Laut den Analysten der UBS dürften die Gewinne der Unternehmen aus dem S&P 500 über die kommenden Jahre zwischen drei und fünf Prozent zulegen.

Für Unternehmen, die ihre Gewinne größtenteils in Amerika erzielen und hohe effektive Steuerraten zahlen, dürfte sich die Steuerreform deutlicher auswirken. Laut einer Studie der Bank of America sollen die Nettogewinne im Finanzsektor um bis zu 18 Prozent ansteigen. Ein weiterer Top-Profiteur ist die Konsumgüterbranche. Hier könnte laut der Analystenstudie ein positiver Effekt auf die Gewinne je Aktie von bis zu 16 Prozent eintreten.

Der Index mit den Gewinnern

Eine derartige Verbesserung der Unternehmensgewinne sollte nicht spurlos an den Aktienkursen der betroffenen Firmen vorübergehen – sind sie es doch, die den Aktienkurs am stärksten beeinflussen. DER AKTIONÄR hat für seine Leser daher im Rahmen eines Screenings 25 Steuer-Gewinner herausgefiltert und in Zusammenarbeit mit Morgan Stanley den US Tax-Winner Index zusammengestellt. Die Mitglieder des Index rekrutieren sich dabei aus den steuerintensivsten Branchen und sind zu je vier Prozent gewichtet.

Banken mit dem höchsten Anteil

Mit BofI Holding, Colombia Banking, First BanCorp, First Interstate, Independent Bank, Lakeland Financial und der South State Bank stellt der Bankensektor gleich sieben Mitglieder des US Tax-Winner Index. Eine gewisse Übergewichtung in Richtung Banken ist nicht verwunderlich. Im S&P 500 zählt die Branche mit einem durchschnittlichen effektiven Steuersatz von 27,5 Prozent zu den steuerintensivsten Branchen. Dank der neuen Gesetzeslage könnten die Nettogewinne größerer US-Banken um bis zu 13 Prozent ansteigen – kleinere Regionalbanken, wie sie im Index vertreten sind, dürften sogar noch stärker profitieren.

Gut vertreten: Konsumgüter

Ebenfalls im Index hoch gewichtet ist der Konsumgütersektor. Mit Hormel Foods, Lancaster Colony und Sanderson Farms sind gleich drei Indexmitglieder in der Nahrungsmittelherstellung tätig. Ebenfalls dreimal vertreten ist die Einzelhandelsbranche mit Best Buy, Ross Stores und Ulta Beauty. Die Kursentwicklung der Einzelhandels-Aktien wurde in den vergangenen Jahren durch den mächtigen Konkurrenten Amazon gebremst – einige Firmen dürften nach einem jahrelang anhaltenden Abverkauf unter ihren fairen Preis gefallen sein. Die positiven Auswirkungen der Steuerreform könnten den Fokus der Anleger wieder auf die gebeutelte Branche lenken und die Kurse des gesamten Sektors positiv beeinflussen.

Späte Überraschung durch Versicherer

Zuletzt finden sich mit Anthem, Cigna und Humana drei Versicherer im Index. Die Versicherungswirtschaft könnte zu Beginn der Steuerreform zwar einen kleinen Dämpfer erhalten, da sich durch notwendige Abschreibungen die risikobasierte Kapitalausstattung verändert. Längerfristig dürfte sich die Steuerreform jedoch auch hier positiv auf die Gewinne auswirken.

Nichts für Verlierer

Exklusiv für den US Tax-Winner Index hat unser Partner Morgan Stanley fünf Zertifikate mit unterschiedlichen Hebeln aufgelegt. Je nach Risikobereitschaft kann ein passendes Produkt bis zu einem Hebel von 5 gewählt werden. Short-Produkte wurden nicht aufgelegt. Zwar gibt es auch Steuer-Verlierer, die haben im Tax-Winner Index jedoch nichts zu suchen.