US-Studie zeigt: So leiden schon Kinder unter Rassismus

Schwarzen Mädchen wird früh Selbstständigleit unterstellt. (Bild: ddp images)

In einer Studie wurden erwachsene Menschen über Kinder befragt: Die einen über weiße, die anderen über schwarze. Unglaublich, wie unterschiedlich die Erwachsenen die Kinder allein aufgrund ihrer Hautfarbe beurteilten.

325 Erwachsene wurden bei der Studie des Georgetown Law Centers für Armut und Ungleichheit befragt. 74 Prozent von ihnen waren weiß, 69 Prozent hatten mindestens die Highschool abgeschlossen und 62 Prozent waren weiblich. Nach dem Zufallsprinzip wurden der einen Hälfte Fragen über weiße Mädchen gestellt, der anderen über schwarze. Die Unterschiede waren enorm. So kamen die Befragten im Hinblick auf schwarze Mädchen zu dem Schluss, dass diese weniger Pflege und weniger Schutz bräuchten als gleichaltrige weiße Kinder. Man müsse sie weniger unterstützen und trösten, da sie schon früh unabhängiger seien. Schwarzen Mädchen wurde zudem unterstellt, mit Erwachsenenthemen wie Sex früher vertraut zu sein als gleichaltrige Weiße. Die Folge: Was immer sie tun, wird bei ihnen eher als Vorsatz denn als kindlicher Fehler betrachtet, weshalb sie auch eher und härter bestraft werden.

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Dass die Mädchen hier besonders schlecht wegkamen heißt noch lange nicht, dass es schwarze Jungs viel leichter hätten. “Kinder sind in den meisten Gesellschaften eine bestimmte Gruppe mit Merkmalen wie Unschuld und der Notwendigkeit für den Schutz”, sagt Phillip Goff, der vor drei Jahren eine ähnliche Studie durchgeführt hatte. Und auch die kam zu dem Schluss, “dass schwarze Jungen als verantwortlicher für ihre Handlungen in einem Alter gesehen werden, während weiße Jungen noch von der Annahme profitieren, dass Kinder im wesentlichen unschuldig sind.”

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Der Welpenschutz fällt bei schwarzen Jungs schon ab einem Alter von zehn Jahren weg und die Stereotype verfolgen die Kinder ihr Leben lang. So wurden Namen wie DeShawn oder Jamal, die eher mit Schwarzen assoziiert werden, in Umfragen eher mit Gewalttätigkeit verbunden als etwa Connor oder Garrett. Beim Vergleich zwischen gleich großen Männern gaben Befragte zudem an, diejenigen mit dunkler Hautfarbe als größer und bedrohlicher zu empfinden.