US-Studie: Rechtsextreme verüben mehr Terroranschläge als Muslime

Nazis fühlen sich in den USA im Aufwind. (Bild: AP Photo)


Übersieht US-Präsident Donald Trump die wahre Terrorgefahr in seinem Land? Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie. Dafür wurden in den Vereinigten Staaten durch US-Bürger verübte Terrorakte untersucht. Das Ergebnis: Rechtsradikale schlugen fast doppelt so häufig zu wie Muslime.

Auch der Einreisestopp für Bürger vorwiegend muslimischer Staaten hat gezeigt: US-Präsident Donald Trump sieht im islamistischen Terrorismus eine grundlegende Gefahr für die Vereinigten Staaten. Bei Anschlägen in Europa und im Nahen Osten meldete er sich rasch auf Twitter zu Wort und unterstrich das Risiko für die USA. Als jedoch in einem Pendlerzug in Portland zwei Männer bei einem rassistischen Angriff erstochen wurden, blieb der Präsident zunächst auffallend still. Dabei stellen laut einer neuen Studie Täter des rechten Spektrums innerhalb der USA eine viel größere Gefahr dar als jene muslimischen Glaubens.


Der 1977 gegründete Rechercheverband „Center for Investigative Reporting“ hat Terrorakte untersucht, die zwischen Januar 2008 und Ende 2016 in den Vereinigten Staaten von US-Bürgern verübt wurden. Es wurden 63 islamistische Terrorakte gezählt, 76 Prozent davon seien vor der Durchführung vereitelt worden. Auf das Konto rechtsradikaler Täter gingen hingegen 115 Anschläge. Hier konnten nur 35 Prozent verhindert werden.

Beim Bombenanschlag eines Veteranen in Oklahoma City 1995 gab es 168 Tote. (Bild: AP Photo)

Rechtsextreme Verbrecher töteten der Studie zufolge auch häufiger. In fast einem Drittel dieser Gewalttaten kamen Menschen ums Leben. Das war laut der Untersuchung bei 13 Prozent der islamistisch motivierten Terrorakte der Fall. Allerdings lag hier die Gesamtzahl der Toten sehr viel höher: 90 bei den islamistischen und 79 bei den rechtsradikalen Taten. Die Autoren der Studie erklärten diesen Umstand auch mit dem islamistischen Amoklauf in Fort Hood im Jahr 2009, bei dem 13 Menschen erschossen wurden.

Trump hat wiederholt davor gewarnt, potenzielle Attentäter in die USA einreisen zu lassen und ihnen eine Aufenthaltsgenehmigung oder die Staatsbürgerschaft zu erteilen. Laut der Untersuchung wurden allerdings nur 13 Prozent der Täter oder Tatverdächtigen im Ausland geboren. Lediglich drei von ihnen hätten aus einem der Länder gestammt, die auf Trumps zweiter Einreisestopp-Liste stehen.