US-Studie: Faktenprüfer weitgehend machtlos gegen Fake News

teleschau

Laut einer neuen US-Studie ist der Einfluss von Fake News auf das Wahlverhalten der Bürger kleiner als gedacht. Gefährlich ist Desinformation im Netz dennoch - und Faktenprüfer sind weitgehend machtlos dagegen.

Im Kampf gegen Desinformation im Netz werden unabhängige Faktenprüfer vielfach als Mittel der Wahl angepriesen. Dass dies nicht besonders viel bringt, zeigt eine neue US-Studie. Demnach überprüften etwa nur rund ein Viertel der Nutzer Webseiten von Faktenprüfern - lediglich 2,7 Prozent konsultierten einen Faktencheck zu einem zuvor gelesenen Artikel. Insgesamt jedoch sei der Einfluss von Webseiten mit "zweifelhaftem Wahrheitsgehalt" bei den US-Wahlen 2016 eher gering gewesen. Zu diesen Ergebnissen kommen die Politologen Andres Guess, Brendan Nyhan und Jason Reifler in einer von "Nature Human Behaviour" veröffentlichten Studie.

So riefen zwischen dem 7. Oktober und dem 14. November 2016 zwar 44 Prozent der Wähler "dubiose" Webseiten auf - insgesamt machten solche Artikel aber nur rund sechs Prozent der Nachrichtenartikel aus, die US-Amerikaner lasen. Allerdings ergaben die Untersuchungen auch, wer empfänglicher für Falschinformationen war. Unten den konservativen Wählern informierten sich immerhin schon elf Prozent auf Fake-News-Webseiten - das sind fast doppelt so viele wie unter der Gesamtbevölkerung. Mutmaßliche Unterstützer von Donald Trump lasen demnach häufiger auf Webseiten mit fragwürdigen Inhalten als Anhänger von Kandidatin Hillary Clinton. Eine Begründung für das unterschiedliche Verhalten zwischen den politischen Lagern blieben die Politikwissenschaftler allerdings schuldig.