US-Star-Basketballerin Griner in abgelegene russische Strafkolonie verlegt

Die wegen angeblichen Drogenschmuggels in Russland zu neun Jahren Haft verurteilte US-Basketballerin Brittney Griner ist nach Angaben ihrer Anwälte in eine abgelegene russische Strafkolonie verlegt worden. Griner sitze ihre Strafe nun in dem Straflager IK-2 in der Region Mordowia ab, erklärten ihre Anwälte am Donnerstag. Demnach konnten die Anwälte die 32-Jährige Anfang der Woche besuchen.

Der Star-Basketballerin gehe es den Umständen entsprechend gut, sie versuche, "stark zu bleiben", während sie sich in ihrer neuen Umgebung eingewöhne, hieß es in der Erklärung. Die Strafkolonie IK-2 befindet sich in der Stadt Jawas in der zentralrussischen Region Mordowia, die für ein unwirtliches Klima bekannt ist. Laut den russischen Strafvollzugsbehörden sitzen in dem Baracken-Lager mehr als 800 Häftlinge ein.

Russlands Strafkolonien sind für eine raue Behandlung der Insassen, schlechte Hygienebedingungen und mangelhafte Gesundheitsversorgung berüchtigt. Die Haftbedingungen dort sind wesentlich härter als in normalen Gefängnissen. Aktivisten zufolge sind Misshandlungen und Folter im russischen Strafvollzugssystem keine Seltenheit.

Griner war im August wegen Drogenschmuggels zu neun Jahren Gefängnis verurteilt worden. Ende Oktober scheiterte die 32-jährige Meisterin der US-Frauenliga WNBA und zweifache Olympia-Goldmedaillengewinnerin mit einem Berufungsantrag.

Die auch im russischen Jekaterinburg spielende US-Basketballerin war im Februar bei ihrer Ankunft an einem Moskauer Flughafen festgenommen worden, nachdem in ihrem Gepäck Kartuschen für E-Zigaretten mit geringen Mengen Cannabisöl gefunden worden waren. Griner nahm das Cannabis nach eigenen Angaben, um Schmerzen infolge von Sportverletzungen zu stillen. In Russland ist aber auch ein medizinischer Einsatz der Droge illegal.

Griners Fall sorgte in den USA für Empörung. Die US-Regierung bemüht sich um eine Freilassung der Basketballerin. Das Ringen um die inhaftierte Sportlerin spielt sich vor dem Hintergrund der massiven Spannungen zwischen Washington und Moskau wegen der russischen Militäroffensive in der Ukraine ab.

Nach Angaben des Weißen Hauses hatten die Geheimdienstchefs der beiden Staaten Anfang der Woche über in Russland inhaftierte US-Bürger diskutiert.

Berichten zufolge könnten Griner und der frühere US-Soldat Paul Whelan gegen den berüchtigten russischen Waffenhändler Viktor Bout ausgetauscht werden, der in den USA eine 25-jährige Haftstrafe absitzt.

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