US-Senator John McCain mit Preis der Münchner Sicherheitskonferenz geehrt

US-Senator John McCain ist bei der Münchner Sicherheitskonferenz mit dem Ewald-von-Kleist-Preis ausgezeichnet worden. Zur Verleihung konnte der schwer kranke McCain nicht anreisen, an seiner Stelle nahm seine Frau die Auszeichnung entgegen

US-Senator John McCain ist bei der Münchner Sicherheitskonferenz mit dem Ewald-von-Kleist-Preis ausgezeichnet worden. Zur Verleihung konnte der schwer kranke McCain nicht anreisen, an seiner Stelle nahm seine Frau Cindy die Auszeichnung am Samstagabend beim Staatsbankett in der Münchner Residenz entgegen. Dem 81-Jährigen wurde im Sommer ein bösartiger Hirntumor entfernt. Sein Parlamentsmandat hat er zwar nicht abgegeben, doch zwingt ihn seine Krankheit immer wieder zu Auszeiten.

Die Konferenz-Organisatoren würdigen mit dem Preis einen Parlamentarier, dem die transatlantischen Beziehungen eine Herzensangelegenheit sind. McCain sei ein "unbeugsamer Verfechter der Idee des Westens", begründet der Konferenzvorsitzende Wolfgang Ischinger die Auswahl des Preisträgers bei dessen Bekanntgabe. Die Laudatio auf den Republikaner hielt am Samstag der frühere US-Vizepräsident Joe Biden von den Demokraten.

Im US-Kongress ist der 81-jährige McCain nach wie vor eine immens wichtige Figur - nicht nur wegen seiner enormen Expertise in der Sicherheits- und Außenpolitik. Auch aufgrund der knappen Mehrheitsverhältnisse im Senat, wo für die Republikaner von US-Präsident Donald Trump jede Stimme zählt, steht McCain als extrem unabhängiger Kopf oft im Fokus.

Der Preis wird in Erinnerung an den deutschen Verleger und ehemaligen NS-Widerstandskämpfer des 20. Juli, Ewald von Kleist, verliehen, der die Wehrkundetagung 1962 aus der Taufe gehoben hatte.

Die diesjährige dreitägige Sicherheitskonferenz im Hotel Bayerischer Hof findet seit Freitag vor dem Hintergrund zahlreicher internationaler Konflikte und Krisen wie etwa dem Syrien-Krieg und der Bedrohung durch das nordkoreanische Atomprogramm statt. Schwerpunkte des hochkarätig besetzten Forums für internationale Sicherheits- und Verteidigungspolitik sind unter anderem die Zukunft und Handlungsfähigkeit der EU, die Beziehungen zwischen Russland und den USA sowie die zahlreichen Konflikte in Nahost sowie Abrüstungsfragen.