Trump schlägt nach Kritik von Republikanern zurück

Mit scharfer Kritik an US-Präsident Trump hat ein bekannter republikanischer Senator seinen Verzicht auf eine erneute Kandidatur verkündet. Trump sei eine "Gefahr für die Demokratie", sagte Jeff Flake im Senat in Washington

US-Präsident Donald Trump hat nach der scharfen Kritik von republikanischen Senatoren zurückgeschlagen: Dass Jeff Flake und Bob Corker nicht erneut kandidieren wollten, schob der Präsident am Mittwoch darauf, dass sie ohnehin keine Chancen auf eine Wiederwahl gehabt hätten. Das Treffen mit republikanischen Senatoren am Dienstag sei abgesehen von den beiden ein "Fest der Liebe mit Standing Ovations" gewesen, schrieb er auf Twitter.

"Der Grund, warum Flake und Corker aus dem Senatswahlkampf ausgestiegen sind, ist sehr einfach, sie hatten null Chancen, gewählt zu werden", erklärte der Präsident.

In einer 17-minütigen Brandrede gegen den US-Präsidenten hatte Senator Flake am Dienstag seinen Verzicht auf eine erneute Kandidatur angekündigt. Zuvor hatte bereits Senator Bob Corker den US-Präsidenten erneut als Lügner bezeichnet. Er tritt ebenfalls nicht wieder an.

Trump sei eine "Gefahr für die Demokratie", sagte Flake im Senat in Washington. Er wolle nicht "Komplize" einer "rücksichtslosen" Präsidentschaft sein. Bei den Senatswahlen in einem Jahr werde er deswegen nicht erneut kandidieren. "Wir müssen aufhören so zu tun, als sei die Erniedrigung der Politik und das Verhalten einiger in unserer Regierung normal", sagte der 54-jährige Senator aus dem US-Bundesstaat Arizona in seiner Aufsehen erregenden Rede. "Das ist nicht normal."

Der Konservative, der als Trump-Kritiker bekannt ist, kritisierte "rücksichtsloses, unerhörtes und würdeloses" Verhalten, außerdem "persönliche Attacken, Drohungen gegen Prinzipien, Freiheiten und Institutionen, die offenkundige Missachtung von Wahrheit und Anstand" sowie "Provokationen" aus nichtigen Anlässen. Mit seinen Twitter-Tiraden gefährde der Präsident "die Stabilität der ganzen Welt".

Der einflussreiche US-Senator John McCain würdigte Flakes Wutrede umgehend: Der Senator sei für das eingestanden, an was er glaube - wohl wissend, dass er dafür einen "politischen Preis" zahlen werde. Auch McCain ist ein bekannter Trump-Kritiker aus den Reihen der Republikaner.

Zuvor hatte Trump erstmals seit seinem Amtsantritt am 20. Januar an einem Essen der Republikaner im US-Senat teilgenommen, bei dem er für seine Steuerreform werben wollte. Auch dazu äußerte er sich auf Twitter am folgenden Tag: Es gebe "großartige Unterstützung von vielen Seiten", schrieb er. "Ich sag euch mal was, die Republikaner sind sehr, sehr vereint."

Ebenfalls in einer Twitter-Botschaft hatte Senator Corker am Dienstag Trump als "durch und durch unehrlichen Präsidenten" bezeichnet. Der Vorsitzende des Auswärtigen Senatsausschusses bedauerte zugleich, bei der Präsidentschaftswahl im vergangenen Jahr für Trump gestimmt zu haben.

Im Nachrichtensender CNN warf Corker Trump entwürdigendes Verhalten vor: "Ich weiß nicht, warum er sich auf dieses tiefe Niveau herab begibt und unser Land entwertet." Trump habe sich als "unfähig erwiesen, dem Amt gerecht zu werden". Der Präsident hatte die neue Runde im Streit mit Corker zuvor selbst mit neuen Twitter-Attacken auf den Senator losgetreten.