US-Regierung will legalen Marihuana-Konsum stoppen – so reagieren die Demokraten in Colorado

Marihuana ist in den USA eine nicht zu unterschätzende steuerliche Einnahmequelle. (Bild: AP Photo/Mathew Sumner)

US-Justizminister Jeff Sessions hat angekündigt, der in vielen US-Bundesstaaten legalisierten Droge Marihuana den Kampf anzusagen. Eine amüsante Antwort der Demokraten im Pro-Marihuana-Bundesstaat Colorado ließ nicht lange auf sich warten.

Die Fraktion der Demokraten im Senat von Colorado reagierte auf die Ankündigung Sessions’, Regelungen aus der Obama-Ära bezüglich der Legalität von Marihuana ändern zu wollen, mit einem launigen Tweet: „Wir geben Jeff Sessions unser legales Gras, wenn er es uns aus unseren warmen, äußerst interessant anzuschauenden Händen reißt“, heißt es darin. Damit spielten die Demokraten auf einen Slogan der Waffen-Organisation „National Rifle Association“ an: „I’ll give you my gun when you take it from my cold, dead hands“ (auf Deutsch: „Ich gebe dir meine Waffe, wenn du sie mir aus meinen kalten, toten Händen reißt). Zudem spielt das Posting mit dem Kiffer-Klischee, dass die eigenen Hände im berauschten Zustand oft besonders interessant erscheinen.


Die Obama-Administration hatte 2013 angekündigt, Staaten, die Marihuana legalisieren wollen, nicht im Weg zu stehen. Seitdem legalisierten acht Staaten sowie der District of Columbia die weiche Droge auch für den privaten Konsum, nachdem medizinisches Marihuana bereits seit einigen Jahren erlaubt war. Seit Anfang dieses Jahres ist Marihuana auch im Bundesstaat Kalifornien legal.

Nach ihrem humorvollen Tweet legten die Demokraten mit Fakten nach: „Aufgrund der Marihuana-Industrie sind hunderte kleine Firmen in unserem Land entstanden. Seit der Legalisierung hat Marihuana 617.767.334 Dollar an Steuern eingebracht. Anstatt dass dieses Geld an Drogenkartelle geht, hilft es dabei, unsere Schulen zu finanzieren und Behandlungsprogramme für härtere Drogen zu entwickeln.“


In einem dritten Tweet liefern die Demokraten dann konkrete Zahlen: „Hier sind einige Projekte, die wir für unsere Kinder finanziert haben und die ohne die Millionen von Dollar ausfallen würden, wenn Jeff Sessions seinen Willen durchsetzt.“ Angehängt eine lange Liste mit entsprechenden Posten.


Aber die Demokraten waren damit noch nicht fertig – und veröffentlichten weitere Zahlen. „Und noch mehr. Neue Dächer für Schulen in El Paso und La Plata. Feuerlöschanlagen für eine Schule in Durango. Renovierungen für eine Schule in Ouray. Die Steuern vom Marihuana-Verkauf halfen, das zu finanzieren. Ist das Dach Ihrer Schule zu gut? Jeff Sessions arbeitet bereits daran.“


„Anstatt das Geld der Steuerzahler dafür zu verwenden, eine Droge zu bekämpfen, die weniger gefährlich ist als Alkohol, sollte Jeff Sessions sich darauf konzentrieren, politische Korruption und Wirtschaftskriminalität zu bekämpfen. Es scheint, als würde es davon in [Washington] DC genug geben. Wenn es nur einen Weg gäbe, wie wir ihn etwas milder stimmen könnten“, schreiben die Colorado-Demokraten – und spielen mit dem letzten Satz erneut auf die sanfte Wirkung der Droge an.


Wie die Website „mashable.com“ berichtet, hat sich Trump 2016 selbst gegen die jetzt von seinem Justizminister angekündigte Marschrichtung ausgesprochen. Der US-Journalist Brandon Rittiman veröffentlichte via Twitter ein Video aus dem Jahr 2016. „Ich habe @realDonaldTrump nach der Möglichkeit, dass seine Partei die Marihuana-Legalisierung bekämpfen könnte, befragt. ‚Ich würde das nicht tun, nein’, sagte Trump. ‚Ich glaube, das sollte den Bundesstaaten überlassen werden, absolut.’“