Ausbildung von Lehrern an der Waffe soll Amokläufe an US-Schulen verhindern

Die US-Regierung will Schulen bei der Ausbildung von Lehrern und anderen Schulangestellten an der Waffe unterstützen. US-Bildungsministerin DeVos sagte, dies sei Teil eines "pragmatischen Plans, um die Sicherheit an Schulen drastisch zu erhöhen"

Zur Verhinderung weiterer Amokläufe an Schulen will die US-Regierung die Ausbildung von Lehrern und anderen Schulangestellten an der Waffe fördern. US-Bildungsministerin Betsy DeVos sagte am Sonntag, dies sei Teil eines "pragmatischen Plans, um die Sicherheit an Schulen drastisch zu erhöhen". Über die von Präsident Donald Trump unlängst ins Spiel gebrachte Verschärfung des Waffenrechts soll hingegen erst einmal eine Kommission beraten.

"Besonders geeignete Freiwillige" sollen gründlich an der Waffe ausgebildet werden, wie Präsidentenberater Andrew Bremberg erläuterte. Die Regierung wolle dabei eng mit den Bundesstaaten zusammenarbeiten. Es gebe "keine Zeit zu verlieren", sagte DeVos, die eine Bundeskommission zur Sicherheit an Schulen leiten will.

Der Vorschlag, Lehrer und anderes Schulpersonal mit Waffen auszustatten, stößt unter Pädagogen in den USA auf breite Ablehnung. Er war von Trump nach dem Schulmassaker in Florida gemacht worden, bei dem ein 19-jähriger Ex-Schüler Mitte Februar 17 Menschen erschossen hatte.

Der von Bildungsministerin DeVos geleiteten Sicherheitskommission sollen Lehrer und andere Experten angehören. Sie sollen auch "die Altersfrage für Waffenkäufe" und andere Themen prüfen und Empfehlungen aussprechen, wie ein Regierungsmitarbeiter sagte, der nicht namentlich genannt werden wollte. Florida hatte nach dem Schulmassaker ein neues Waffengesetz in Kraft gesetzt, das auch das Mindestalter für Waffenkäufe in dem Bundesstaat von 18 auf 21 Jahre heraufsetzt.

Die US-Regierung drängt außerdem die Bundesstaaten, nach dem Vorbild Floridas weitere Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen, wie Bremberg weiter mitteilte. So könnten Sicherheitskräfte nach richterlicher Anordnung Waffen einziehen, deren Besitzer nachweislich gefährlich seien. Derartige Gefährder sollten vorübergehend auch am Kauf neuer Schusswaffen gehindert werden können.

"Wir müssen uns wirklich auf die Prävention und die frühe Identifizierung von Risiken fokussieren", sagte DeVos. Dabei gehe es um soziale und emotionale Faktoren, aber auch um einen verbesserten Zugang sowie mehr Transparenz bei den psychologischen Gesundheitsdiensten.

Der demokratische Minderheitsführer im Senat, Chuck Schumer, kritisierte die Maßnahmen als "Babyschritte, die nicht die NRA verärgern sollen". Lily Eskelsen Garcia, Vorsitzende der größten US-Lehrergewerkschaft NEA, hatte zuvor erklärt, Eltern und Pädagogen lehnten "die Idee einer Bewaffnung von Schulmitarbeitern mit überwältigender Mehrheit ab".

Trump drängt den Kongress derzeit zu einer Verschärfung der Hintergrundüberprüfungen potenzieller Waffenkäufer. Ende Februar hatte er allerdings noch eine mögliche Heraufsetzung des Alters für den Waffenkauf auf 21 Jahre als Maßnahme genannt.