US-Regierung verschärft Regeln für leicht zu Gewehren umbaubare Handfeuerwaffen

Die US-Regierung hat strengere Regeln für Handfeuerwaffen angekündigt, die mit Halterungen oder Stützapparaten ohne viel Aufwand zu einer Art Gewehr und damit zu einer noch tödlicheren Waffe umgebaut werden können. Handfeuerwaffen, die mit solchen Aufsätze umgebaut werden, würden künftig als Gewehr mit kurzem Lauf eingestuft und entsprechend reglementiert, teilten das US-Justizministerium und die Waffenbehörde ATF am Freitag in Washington mit.

Pistolen und Revolver, die sich mit Halterungen oder Stützapparaten schnell zu Gewehren umbauen lassen, sind ein relativ neues Phänomen auf dem US-Waffenmarkt. In den vergangenen Jahren verkauften sich solche Waffen allerdings millionenfach.

Für reguläre Gewehre mit kurzem Lauf gelten in den USA schon seit Jahrzehnten strengere Regeln als für andere Waffen. Schließlich seien sie "genau wie Gewehre und leicht zu verbergen und leicht zu handhaben wie Pistolen", hob das Justizministerium hervor. Mit den umbaubaren Handfeuerwaffen sei diese strengere Regulierung aber bislang umgangen worden.

Künftig soll auch für Handfeuerwaffen mit Halterungen oder Stützapparaten eine umfassende Überprüfung ihrer Besitzer Pflicht werden. Für ihren Verkauf werden Registrierungs- und Steuerpflichten eingeführt. Der separate Kauf von Aufsätzen zum Umbau von Handfeuerwaffen wird allerdings nicht verboten.

Umgebaute Handfeuerwaffen waren in jüngster Zeit bei diversen Schusswaffenangriffen zum Einsatz gekommen, etwa bei der Attacke 2019 in einer Bar in Dayton im Bundesstaat Ohio mit neun Todesopfern und dem Angriff 2021 in einem Lebensmittelladen in Boulder im Bundesstaat Colorado mit zehn Todesopfern.

US-Präsident Joe Biden erklärte, die von seiner Regierung geplante Reform werde "Leben retten". Unter seinem Amtsvorgänger Donald Trump war ebenfalls ein Anlauf zu dieser Reform unternommen worden. Auf Druck der Waffenlobby wurde das Vorhaben aber schnell fallengelassen. Die Interessengruppe Gun Owners of America kündigte am Freitag an, gegen die Reform der Biden-Regierung vor Gericht zu ziehen.

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