US-Regierung lässt iranisches Hackernetzwerk auffliegen

Die US-Regierung hat ein iranisches Hacker-Netzwerk mit Sanktionen belegt, das in großem Umfang Daten von hunderten Universitäten und Unternehmen gestohlen haben soll. Sie sollen auf Geheiß der Iranischen Revolutionswächter gehandelt haben

Die US-Regierung hat ein iranisches Hacker-Netzwerk mit Sanktionen belegt, das in großem Umfang Daten von Universitäten und Unternehmen gestohlen haben soll. Das US-Finanzministerium warf am Freitag insgesamt zehn Iranern und dem iranischen Mabna-Institut vor, in die Computersysteme von hunderten Universitäten in den USA und im Ausland eingedrungen zu sein. Sie hätten demnach zum finanziellen Profit "geistiges Eigentum" und "wertvolle Daten" gestohlen.

Opfer der seit 2013 laufenden Hackerangriffe waren laut dem Finanzministerium 144 Universitäten in den USA und mindestens 176 Universitäten in 21 weiteren Ländern sowie fünf US-Behörden und 30 US-Unternehmen, darunter eines aus der Medienbranche. Dabei seien insgesamt 31 Terabyte an Daten und Dokumenten abgegriffen worden.

Als Strafmaßnahme wird nun das Vermögen des Instituts und der Verdächtigen, darunter auch der beiden Mabna-Gründer, in den USA eingefroren. Allen US-Bürgern sind zudem Geschäfte mit ihnen verboten.

Gegen neun der Verdächtigen sowie gegen das Mabna-Institut liefen darüberhinaus strafrechtliche Ermittlungen, teilte das US-Justizministerium mit. In vielen Fällen hätten die Verdächtigen "auf Geheiß der iranischen Regierung und insbesondere des Korps der Iranischen Revolutionsgarde" gehandelt, erklärte Vize-Justizminister Rod Rosenstein. Er betonte, sein Ministerium werde alle "feindlichen Akteure" unbarmherzig verfolgen, die versuchten, durch den Diebstahl geistigen Eigentums von "Amerikas Ideen" zu profitieren.

Nach Angaben Washingtons wurde das Mabna-Institut 2013 mit dem Ziel gegründet, iranischen Universitäten und Forschungsorganisationen dabei zu helfen, sich illegal Zugang zu "nicht-iranischen Forschungsquellen" zu verschaffen.