US-Präsident Trump wirft Amazon vor, keine „Internetsteuer“ zu zahlen

Donald Trump ist bekannt dafür, bei Twitter kein Blatt vor den Mund zu nehmen. (Bild: AP Photo/Evan Vucci)

US-Präsident Donald Trump sorgt wieder einmal mit einem kontroversen Tweet für Aufmerksamkeit. Auf Twitter kritisierte er Amazon und die „Washington Post“ scharf. Amazon warf er vor, keine „Internetsteuer“ zu zahlen.

„#AmazonWashingtonPost, mitunter als Vormund von Amazon bezeichnet, die keine Internetsteuer zahlen (was sie müssten), ist FAKE NEWS“, schrieb Trump am Mittwoch etwas kryptisch.


Trump bringt die „Washington Post“ und Amazon deswegen in Zusammenhang, da Amazon-CEO Jeff Bezos der Eigentümer der Zeitung ist. Auf Amazon Prime werden seit 2015 kostengünstige Zeitungsabonnements angeboten.

Die Breitseite gegenüber der Zeitung ist wohl seine Reaktion darauf, dass die „Washington Post“ kürzlich von einem gefälschtem „Time Magazine“-Cover berichtete, das in mehreren von Trumps Golfclubs hängt. Das laut der Washington Post gefälschte Cover zeigt den Präsidenten mit der Zeile „Donald Trump – ‚The Apprentice’ ist ein TV-Hit!“. Die auf März 2009 datierte Ausgabe mit Trump auf dem Cover habe es aber nie gegeben, berichtete die Zeitung. Das „Time Magazine“ bestätigte dies.

Der „NBC News“-Journalist Bradd Jaffy reagierte in einem Tweet auf Trumps Vorwürfe: „Amazon zahlt Steuern / Amazon erhebt Umsatzsteuer / Es gibt keine Internetsteuer / WaPo deckte Trumps falsches Time-Cover auf / Der POTUS droht einem Unternehmen“, so Jaffy.


Selbst der US-amerikanische Nachrichtensender „Fox News“, sonst nicht gerade für seine Trump-Kritik berühmt, bestreitet die Steuervorwürfe des US-Präsidenten gegenüber Amazon: „Während es unklar ist, auf welche Internetsteuer sich der Präsident bezieht, erhebt Amazon in der Tat Umsatzsteuer für die Waren, die es auf seiner Plattform verkauft.“

Auch auf die Höhe der von Amazon bezahlten Steuern geht der Sender ein: Im ersten Quartal 2017 habe Amazon 229 Millionen Dollar Umsatzsteuer auf einen Gewinn von circa einer Milliarde Dollar gezahlt.

Bereits 2016 warf Trump dem Konzern vor, seiner Steuerschuld nicht nachzukommen: „Amazon, das durch seine Eigentümerschaft die Washington Post kontrolliert, sollte massive Steuern zahlen – es zahlt aber keine, und das ist ein sehr unfaires Spielfeld und Sie sehen was passiert und was das mit Kaufhäusern im ganzen Land macht“, zitiert „Fox News“ Trump. „Sehr, sehr unfair. Und sie sprechen von Milliarden und Abermilliarden Dollar. Sie sollten diese Steuern zahlen.“