US-Präsident Biden begrüßt Initiative zum Schutz der Wälder

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GLASGOW (dpa-AFX) - US-Präsident Joe Biden begrüßt und unterstützt den auf der Weltklimakonferenz geschlossenen Pakt von mehr als 100 Staaten, bis 2030 die Zerstörung von Wäldern und anderen Landschaften zu stoppen. Der Erhalt der Wälder sei unverzichtbar, um die gemeinsamen Ziele beim Klimaschutz zu erreichen, sagte er am Dienstag in Glasgow auf einer Veranstaltung der britischen Regierung, die der COP26 vorsitzt. Hinzu kommen müssten der Schutz des Wassers, der Artenvielfalt sowie indigener Gemeinschaften.

Biden sagte, Wälder hätten ein großes Potenzial klimaschädliches Kohlendioxid aus der Atmosphäre zu holen. Der Schutz der Wälder müsse daher die gleiche Priorität haben wie der klimafreundliche Umbau der Wirtschaft. Die USA wollten der Welt nun helfen, die Entwaldung zu stoppen und bis 2030 darüber hinaus mindestens 200 Millionen Hektar Wald und andere Ökosysteme wiederherzustellen.

Der britische Regierungschef Boris Johnson sagte, der Schutz der Biodiversität und des Klimas seien zwei Seiten derselben Medaille. Wälder seien "Kathedralen der Natur" und die Lunge unseres Planeten.

Die an der Initiative beteiligten Länder, darunter Deutschland und die gesamte EU, repräsentieren nach britischen Angaben 85 Prozent der weltweiten Waldfläche, also etwa 34 Millionen Quadratkilometer. Mit dabei sind die Staaten mit den größten Wäldern überhaupt, also Kanada, Russland, Brasilien, Kolumbien, Indonesien sowie China, Norwegen und die Demokratische Republik Kongo.

Für das Vorhaben werden demnach bis 2025 etwa 12 Milliarden US-Dollar (rund 10,3 Milliarden Euro) an öffentlichen Geldern mobilisiert. Hinzu kommen 7,2 Milliarden US-Dollar private Investitionen.

Wälder gelten als die Lunge unseres Planeten, sie nehmen etwa ein Drittel der jährlich vom Menschen ausgestoßenen CO2-Emissionen auf. Doch schrumpfen sie bedenklich, wie es in der Mitteilung weiter hieß: Jede Minute gehe eine Fläche von etwa 27 Fußballfeldern verloren.

Experten haben die Pläne aber teilweise mit Skepsis aufgenommen. Eine ähnliche Erklärung aus dem Jahr 2014 habe sich als vollkommen wirkungslos erwiesen, sagte etwa der Klima- und Waldexperte Simon Lewis vom University College London der BBC.

Und Silvia Holten, Pressesprecherin von World Vision und Expertin für regenerative Wiederaufforstung, sprach von einer halb garen Mogelpackung". Schon jetzt würden große und wichtige Ökosysteme zerstört, am Amazonas genauso wie in den sibirischen Wäldern.

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